#Gedankensalat – Was bedeutet Heimat?

Ich weiß, der Titel klingt sehr patriotisch und gerät vielleicht von manchen schnell in den falschen Hals, aber ich meine es nicht in diesem Sinne sondern in dem Gedanken, was es heißt, sich zuhause zu fühlen, Geborgenheit zu spüren und zu wissen das man zu 100 % sicher ist.

Ich habe lange darüber nachgedacht, was Heimat für mich bedeutet. Was ich mit diesem Wort verbinde. Früher dachte ich immer, Heimat wäre das, wo ich aufgewachsen bin, wo ich meine Kindheit verbracht habe und wo ich in regelmäßigen Abständen mich dann auch jetzt immer mal wieder blicken lasse. Als ich dann von zuhause ausgezogen bin, für einige Monate in Kanada gelebt habe und jetzt seit zwei Jahren in Wien zuhause bin, habe ich gemerkt, das Heimat etwas ganz anders ist. Es ist nicht dieser eine Ort, es sind die Menschen und Erlebnisse die ich mit ihn verknüpfe. Es ist das Lachen, wenn man im Kirschbaum sitzt und mit seinem Bruder ein Wettbewerb im Kirschkernweitspucken bestreitet. Es ist der Geruch nach frisch gemähtem Gras und heißem Asphalt nach einem erfrischenden Sommerregen. Es ist ein Song, den man ewig nicht mehr gehört hat und der auf einmal wie ein Wirbelsturm tausende von Erinnerungen in einem wach ruft. Es ist wie eine leichte Berührung von jemandem den du aus vollem Herzen liebst, wie ein Flügelschlag eines Schmetterlings oder die Staubkörner die sich im Sonnenlicht verwirbeln. Natürlich bedeutet Heimat für jeden etwas anders und die Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten würden sicherlich mit diesem Begriff den tatsächlichen Mittelpunkt ihres Lebens als diesen bezeichnen. Also den Ort wo sie geboren, aufgewachsen oder zusammen mit ihrer Familie und Freunden leben. Dadurch, dass Heimat für mich durch andere Faktoren geprägt wird, gibt es viele Plätze, egal wo auf der Welt, wo ich mich beheimatet fühle. Das zuhause, das meine Kindheit geprägt hat, wird natürlich immer mein Zufluchtsort bleiben, denn ich kann mir zu 100 % sicher sein, dass ich dort aufgefangen werde. Sicherheit und Geborgenheit sind demnach zwei Punkte, die Heimat für mich beschreiben. Sicherheit nicht nur im Sinne von, „Da kann mir nichts passieren“, sondern auch aus dem Blickwinkel des „Hier kann ich sein wie ich wirklich bin, ohne mich verstellen zu müssen“. Denn sind wir mal ehrlich, die meiste Zeit unseres Lebens spielen wir den Menschen um uns und vor allem uns selber etwas vor. Wir versuchen diese mutige, extrovertierte und erfolgreiche Person zu sein, die wir einfach nicht sein können, weil wir vielleicht ängstlich oder introvertiert sind. Daran ist nichts schlimmes. Ich selbst bin ein extrem introvertierter Mensch mit einer ziemlich ausgeprägten Sozialangst, die mich in so vielen Dingen meines Lebens behindert und einengt. Wie oft ich schon probiert habe mich selber zu verarschen und mir vorzuspielen, dass dem nicht so ist – das passt in kein Buch. Aber was hat es mir gebracht? Nichts! Ich bin nur in tiefe, dunkle Löcher gerutscht und nur mit viel Zeit und der Hilfe von wunderbaren Menschen wieder ans Tageslicht gekommen.

Ich glaube den meisten Menschen geht es so und gerade aus diesem Grund ist Sicherheit und Geborgenheit durch das Gefühl von Heimat so unfassbar wichtig. Wer diese Gefühle nie empfinden konnte oder hatte, ist so arm. Nicht an monetärem Wert sondern an der Erfahrung absoluter und bedingungsloser Liebe. Auch das mag vielleicht extrem hoch gegriffen sein, aber die Liebe, Geborgen- und Sicherheit, die man durch seine Familie in all den Jahren und ganz besonders in den Anfangsjahren erfährt, prägt einen und ist für die Entwicklung so wichtig.

Was ist Heimat für dich?

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