#Rezension – Malka Mai

Malka Mai

Autorin: Mirjam Pressler

Preis: 7,95 € (Taschenbuch)

Seiten: 328

Verlag: Beltz & Gelberg

Mirjam Pressler - Malka Mai

Inhalt

1943: Die jüdische Ärztin Hanna Mai lebt mit ihren Töchtern Minna und Malka an der polnisch-ungarischen Grenze. Als die Deutschen auch hier mit den Deportationen beginnen, müssen die drei überstürzt fliehen. Sie wollen zu Fuß über die Karpaten, doch Malka wird krank und kann nicht mehr weiter. Schweren Herzens entschließt Hanna sich, das Kind bei Bauern zurückzulassen, die ihr versprechen, das Mädchen nachzubringen, sobald es sich erholt hat. Aber es kommt alles anders: Malka wird entdeckt und in ein Getto verfrachtet. Dort entwickelt die Kleine ungeahnte Kräfte, die sie Hunger, Kälte, Krankheit und Einsamkeit überstehen lassen – bis ihre Mutter schließlich unter großen Gefahren zurückkehrt, um sie zu retten (Quelle).

Wie finde ich es?

Ich habe damals Malka Mai“ von meiner Patentante bekommen, weil ich mich schon relativ früh mit der deutschen Geschichte und dem zweiten Weltkrieg auseinander gesetzt habe und wir zuhause nur Bücher hatten, die grausame und für mein damaliges Alter extrem verstörende Bilder enthielten. Malka Mai“ ist ein Buch, dass ohne Bilder, ohne viel Schnickschnack einen in diese Zeit hinein katapultiert. Sie drückt einen förmlich mit dem Gesicht in die Traurigkeit, Angst, Panik und Wut. Das Malka ungefähr genauso alt war wie ich zu dem damaligen Zeitpunkt hat das ganze noch intensiver gemacht. Ich habe das Buch verschlungen. Ich lese es jetzt noch regelmäßig, da ich finde, das es eines der BESTEN Jugendbücher (und ich habe viele Bücher die sich mit dieser geschichtlichen Epoche befassen gelesen) zu diesem Thema ist. Mirjam Pressler beschönigt nichts, sie verniedlicht nichts, sie schreib so wie die Erinnerungen der realen Malka Mai waren – brutal, kalt, grausam und unberechenbar. Das mag zunächst verstörend und abschreckend wirken, aber warum sollte man etwas in Watte packen, dass so offen dargelegt werden muss?

Es ist eigentlich so unfassbar, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, denn es stellt sich während des Lesens immer wieder diese eine Frage: Wie kann ein siebenjähriges Mädchen, das ausgesetzt und verfolgt wird, überhaupt alleine überleben? Wie konnte sie so stark sein, so mutig und entschlossen, nicht zu zerbrechen und so einen starken Willen entwickeln zu überleben. Meiner Meinung nach ist  es extrem wichtig, dass es solche Bücher wie „Malka Mai“ gibt, so dass die Ereignisse, Geschichten und Schicksale während dieser schrecklichen Diktatur und Horrorzeit nicht vergessen werden. Das wir uns immer wieder daran erinnern, wie gut wir es jetzt haben, dass wir seit 71 Jahren in Frieden in Europa leben. Mirjam Pressler möchte keine Botschaft loswerden, sie will niemandem eine Meinung aufzwingen. Alles was sie macht, ist eine Geschichte erzählen, die einen noch lange umtreibt und beschäftigt. Ich glaube, dass gerade das viel mehr bewirkt als jede Betroffenheitsliteratur oder Sachbücher, die mit dem Zeigefinger einem vor der Nase herum wirbeln. 

Ich kann jedem dieses Buch wirklich, wirklich nur ans Herz legen und sagen: Lesen und verstehen. Aufsaugen und verinnerlichen. Dieses Buch hat meine Sicht auf viele Dinge verändert, es hat mir die Augen geöffnet und meine Sinne geschärft. „Malka Mai“ gehört definitiv zu meinem „All-time-favorites-in-my-bookshelf“ und sollte ich irgendwann einmal Kinder bekommen, wird dies das erste Buch sein, dass ich ihnen zu diesem Thema zu lesen gebe. Es ist fantastisch!

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