#Rezension -Die Bücherdiebin

Die Bücherdiebin

Autor: Markus Zusak

Preis: 9,99 € (Taschenbuch)

Seitenzahl: 588

Verlag: Blanvalet

Leseprobe: „Die Bücherdiebin“

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Inhalt

Selbst der Tod hat ein Herz …

1939, Nazideutschland. Liesel lebt bei Pflegeeltern in der Himmelstraße in Molching. Sie sieht die Juden nach Dachau ziehen. Sie erlebt die Bombennächte über München. Und überlebt: weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat. Sie – und die Menschen aus der Himmelstraße.

Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet.

Eine Diebin zu beherbergen, wäre halb so wild, sind die Zeiten doch ohnehin barbarischer denn je. Doch eines Tages betritt ein jüdischer Faustkämpfer die Küche der Hubermanns … (Quelle)

Wie hat es mir gefallen?

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll dieses Buch zu beschreiben, worauf man sich einstellen kann, wenn man es liest. Ich wünschte mir würden sämtliche spektakulären Wörter einfallen, wie sie den ganzen Journalisten und Kritikerin immer in die Hände fallen. Irgendwie bin ich, „leider Gottes“, überhaupt kein Wortakrobat. Ich habe auch das Gefühl, das sämtliche Sätze die ich in den letzten drei Minuten verfasst und wieder gelöscht habe, einfach der Story nicht gerecht werden. Ich kann es mit den Worten meiner Patentante wiedergeben, die mir dieses Meisterwerk auch geschenkt hat.

Während ich das Buch gelesen habe, hatte ich immer das Gefühl, viel mehr zu lesen als letzten endlich auf der Seite oder dem Kapitel stand.

Ich finde das es das 100 % auf den Punkt bringt. Ich hatte genau das gleiche Gefühl. Man liest und liest und später denkt man, man hat die doppelte Anzahl an Seiten gelesen, weil so viel ungeschriebenes zwischen den Zeilen steht. Das ist schwierig zu erklären, vielleicht muss man diese Erfahrung selber machen, aber bis zu diesem Buch hatte ich das vorher auch noch nicht erlebt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl und ich weiß bzw. bin mir gar nicht sicher, ob Zusak das geplant hat.

Neben diesem Leseerlebnis hat mich auch die Tatsache, dass der Roman aus der Sicht des Todes geschrieben ist unfassbar fasziniert und beeindruckt. In diese Richtung einen Roman über den 2. Weltkrieg zu verfassen ist mutig, innovativ und einfach unglaublich grandios.  Warum ist vor ihm noch niemand auf diese Idee gekommen? Und dieser Tod ist ein ganz anderer Tod, wie man ihn sich vorgestellt hat, wenn man je eine Vorstellung vom Tod hatte. Dieser Tod ist ein humaner Tod, der durch seine ironische, ab und zu auch sarkastischen Ton Distanz zwischen den Leser und den ungeheuerlichen Geschehnissen bringt.

»Bitte glaubt mir: Ich kann wirklich fröhlich sein. Ich kann angenehm sein. Amüsant. Achtsam. Andächtig. Und das sind nur die Eigenschaften mit dem Buchstaben ›A‹. Nur bitte verlangt nicht von mir, nett zu sein. Nett zu sein ist mir völlig fremd.«

Im Grunde ist „Die Bücherdiebin“ ein Liebesroman zwischen dem Tod und Liesel und das, ist wirklich unglaublich, wahnsinnig intensiv und dabei auch ein wunderschöner Gedanke. Liesel ist ein starkes und unfassbar mutiges Mädchen, die allen Widrigkeiten zum Trotz sich nicht brechen lässt. Sie bleibt ganz alleine zurück, als ihr kleiner Bruder auf der Fahrt nach Süddeutschland stirbt und ihre Mutter – wie zuvor auch schon der Vater – für immer aus ihrem Leben verschwindet. Es ist unvorstellbar, was dieses kleine Mädchen durchmachen muss und vielleicht ist das auch der Grund warum der Tod sich so in sie vernarrt. Das erste Buch, das ihre Karriere als Bücherdiebin starten lässt, ist ein Handbuch für einen Totengräber (wirklich makaber!). Ihr unglaublich liebevoller Pflegevater Hans hilft ihr das Buch zu lesen, in dem er ihr die Welt der Buchstaben näher bringt. Die Welt der Bücher und auch die der Sprache wird für Liesel ein absoluter Zufluchtsort in dieser finsteren Zeit in der sich Europa zu dem Zeitpunkt befunden hat. Irgendwann nimmt die Familie den Juden Max bei sich auf. Er lebt im Keller des Hauses und in ständiger Angst, entdeckt zu werden, vor allem weil der Sohn der Hubermanns ein eingefleischter Nazi ist. Zwischen Liesel und Max entsteht langsam aber sicher eine sehr tiefe Beziehung und dies ist mit das schönste und wundervollste an dem ganzen Roman.

BITTE lest diesen Roman oder schaut euch den Film an. Markus Zusak hat ein Meisterwerk geschaffen, das all die Aufmerksamkeit verdient hat, die es bis jetzt bekommen hat und hoffentlich auch weiterhin bekommen wird.

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2 thoughts on “#Rezension -Die Bücherdiebin

  1. „Die Bücherdiebin“ steht noch auf meinem Wunschzettel, ich war ja zuerst abgeschreckt, weil das Cover so langweilig braun ist und außerdem noch ein Nazi-Deutschland-Roman. Die hätten eigentlich ihr eigenes Genre verdient, so viele gibt´s schon davon…

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