Gelesen im … Juli 2016

In der „Gelesen im …“ Reihe stelle ich euch alle Bücher vor, die ich in dem jeweiligen Zeitraum gelesen habe. In manchen Monaten schafft man vielleicht mehr als in anderen aber ich versuche in jedem Monat mindestens drei Bücher zu lesen. Das ist mein Ansporn, denn sonst würde irgendwann meine Wunschliste nicht mehr in ein 1000 Seiten Büchlein passen und zum anderen würde mein Bücherregal irgendwann explodieren.

Also jetzt aber los, sonst lohnt es sich irgendwann nicht mehr, immerhin ist der August auch schon 9 Tage alt.  Wie sah mein Lesemonat Juli aus?

1) „Another day in paradise“ von Laura Newman (356 Seiten)

Wenn du dich jetzt fragst, Laura wer? Dann geht es dir wie mir. Durch absoluten Zufall bin ich auf ihre Romane aufmerksam geworden, weil ich auf der Suche für meinen Bruder nach einem Buch über die Apokalypse war, da er seit „The Walking Dead“ absolut im Zombiemodus ist. Ich habe dann ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass Laura sogar einen eigenen Youtubekanal hat. Sie hat mich direkt total fasziniert. Sie ist ein wahres Multitalent und so unfassbar sympathisch, zumindest was man durch ihre Vlogs von ihr mitbekommt. Ich habe direkt alle ihre Videos gesuchtet und sie auch direkt abonniert. Klar das ich mir das Buch ebenfalls direkt auf meinen Kindle heruntergeladen habe, denn in den Bücherläden hier in Wien habe ich es als Taschenbuch nicht gefunden und warten wollte ich nicht sondern direkt losstarten. Ich muss gestehen, ich kann mir keine Zombiefilme ansehen, ohne unfassbare Albträume zu bekommen. Ich habe einmal zusammen mit meinem Bruder die erste Folge von der 1. Staffel „The Walking Dead“ geschaut und alleine die Möglichkeit, dass eines von diesen Wesen gleich ins Bild stolpert hat mich total verrückt gemacht. Ich fand sie dann vom Aussehen gar nicht so schlimm, viel grausiger finde ich die Geräusche die sie machen, diese Augen und diese schlurfenden Bewegungen – Folter für meine Nerven. Zunächst dachte ich, die Zombies in Lauras Roman wären auch so, aber man merkt schnell, dass das nicht stimmt. Sie sind vielleicht sogar noch schlimmer, weil sie schnell sind, keine typischen Geräusche machen und noch wie Menschen agieren obwohl sie längst tot sind. Mich hat das zwar ziemlich verstört aber nicht desto trotz konnte ich das Buch sehr schwer aus der Hand legen. Lauras Schreibstil erinnert mich ein bisschen an den von Suzanne Collins, die die Triologie rund um Katniss Everdeen geschrieben hat.

Worum geht es? Natürlich um das Ende der Menschheit und eine bis jetzt noch unerklärliche Seuche, die Menschen in mordlustige Zombies, sogenannten Deadheads, mit schwarzen Augen verwandelt. Die Geschichte spielt rund um die 17-jährige Naya und ihre Freunde die sich zu Fuß durch Texas schlagen seit dem die Welt nicht mehr so existiert, wie sie mal war. Es gibt keinen Strom, kein fließendes Wasser. Jeden Tag müssen sie um ihr Leben kämpfen und doch passiert etwas, woran man in dieser Welt, in der man jeden Augenblick in tödlicher Gefahr schwebt, nicht mehr geglaubt hätte – aus Freundschaft wird Liebe. Natürlich ist es irgendwie ein bisschen vorhersehbar, dass sich zwischen Naya und einem ihrer Mitstreiter eine feine aber wunderschöne Liebesgeschichte entspannt, aber sie wirkt überhaupt nicht deplatziert und überkandidelt. Ist es nicht immer so, dass in absoluten Notsituation, wenn man sich wirklich auf seinen Gegenüber verlassen muss, sich Gefühle noch verstärken, einfach aus dem einfachen Grund, weil man so vieles gemeinsam durchstehen muss? Die Figuren werden gerade so vorgestellt, dass man weiß, mit wem man es zu tun hat, der Rest wird von der eigenen Phantasie geregelt. Es gibt eine Szene, relativ am Anfang des Buches, wo es zu einer Situation kommt, bei der ich kurz das Buch weglegen musste, denn selbst Figuren, zu denen man schon eine Bindung aufgebaut hat, werden nicht davor bewart zu einem Deadhead zu werden. Ich finde diese Herangehensweise zwar sehr drastisch aber auch sehr gut, denn es unterstreicht die Dramatik und tödliche Situation in der sich die Figuren befinden. Es ist realistisch und intensiviert das Lesevergnügen! Ich möchte gar nicht so viel ins Detail gehen, aber nur so viel, die Geschichte entwickelt sich in eine Richtung, mit der man überhaupt nicht gerechnet hat und die ziemlich Wahnwitzig ist, aber durchaus im Möglichen liegt. Das es wirklich so ablaufen könnte, macht das ganze noch dramatischer und zieht einen wirklich wahnsinnig in den Bann!

Wenn du mehr über Laura und ihre anderen Romane erfahren willst, dann schau doch mal auf ihrer Internetseite vorbei.

2) „Vielleicht morgen“ von Guillaume Musso (480 Seiten)

„Vielleicht morgen“ war mein erster Roman von Guillaume Musso. Ich bin sonst nicht so der Fan von offensichtlichen Liebesromanen, weil sie mir oftmals zu schnell in die Kitsch-Ecke abdriften und dann einfach viel zu unlogisch in meinen Augen werden. So ein bisschen in die Richtung Rosamunde Pilcher oder Nicholas Sparks. Mit denen könnte man mich wirklich jagen! Aber jeder hat da seine persönlichen Vorlieben, also will ich an dieser Stelle auf keinen Fall irgendjemandem auf den Schlips treten 😉 Mich hat das Buch wirklich überrascht, vor allem weil ich in keinster Weise damit gerechnet habe, dass die Geschichte eine solche Wendung nimmt. Stellenweise war es dann aber doch ein kleines wenig langatmig und vorhersehbar. Ich würde es nicht noch einmal lesen und ich bezweifle auch, dass ich mich noch einmal an einen von Herrn Mussos Romane herantaste, dafür war er mir dann doch zu flach.

Worum geht es? Emma lebt und arbeitet als Sommelierin in einem sehr populären Restaurant in New York. Sie leidet noch immer extrem unter ihrer letzten Trennung. Matthew lebt in Bosten, arbeitet als Philosophiedozent an der Univserität von Bosten. Er kümmert sich alleine um seine 4-jährige Tochter, seit seine Frau vor einem Jahr bei einem Autounfall ums Leben kam. Beide wurden vom Schicksal nicht gerade positiv bedacht, doch dann macht Matt auf einem Flohmarkt durch Zufall eine Entdeckung, die ihre beiden Leben miteinander verbindet – und absolut verändert …

3) „Direkter Zugang zum Strand“ von Jean-Philippe Blondle (160 Seiten)

Dieser Monat ist geprägt von 1. Malen. Denn „Direkter Zugang zum Strand“ war war mein erstes Buch von Jean-Philippe Blondle. Ich liebe Bücher, die so geschrieben sind, als ob es sich um Tagebucheinträge handelt, in denen in kurzen Kapiteln immer andere Charaktere zu Wort kommen und man viele verschiedene Blickwinkel auf ein und das selbe Geschehen bekommt. Man wird mit Abgründen konfrontiert und mit Leidenschaft überschwemmt. Mir hat sein Schreibstil von Anfang an sehr gut gefallen, auch wenn die einzelnen Erzählungen, nach meinem Gefühl, manchmal nicht zu dem Alter der entsprechenden Personen gepasst haben.

Worum geht es? Unter anderem trauert Henri um seine verlorene Frau und ist nur auf Wunsch seiner Kinder an die Atlantikküste gefahren. Der junge Philippe träumt vom legendären Mickey Mouse Club, den seine Eltern ihm aber nicht bezahlen können bzw. wollen und die attraktive Danielle geht am Strand der Atlantikküste unter dem Namen Natascha auf Männerjagd. Man kann damit rechnen, das all diese verschiedenen Charaktere großes Konfliktpotential mit sich bringen und es einfach nur spannend werden kann. Es warten erste Lieben, schmerzhafte Trennungen und unverhofftes Glück.

4) „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ von Manuela Inusa (384 Seiten)

Da ich, angesteckt durch meine Mama, ein sehr großer Jane-Austen-Fan bin, darf dieses Büchlein natürlich auch nicht fehlen. Es war eigentlich ein Weihnachtsgeschenk für meine Mama und weil ich in den letzten Monaten so selten daheim war, konnte ich es erst jetzt lesen.

Worum geht es? Penny ist ein absoluter Bücherwurm (hey, willkommen im Club!) und arbeitet in einer kleinen Buchhandlung (ein Träumchen!). Vor allem Jane Austen Romane haben es ihr angetan und wenn sie sich entscheiden sollte zwischen einem gutem Buch oder einem Clubbesuch, dann würde sie immer das Buch wählen. Sie kommt gerade aus einer Beziehung, und wünscht sich nichts mehr als Beziehungsratschlägen von ihrem Idol, da Janes Bücher für die Heldinnen immer ein Happy End haben. Womit sie aber nun gar nicht gerechnet hat ist, dass dieser Wunsch wirklich war wird. Eines Morgens wacht sie neben einer völlig desorientierten Jane Austen auf. Gerade noch ist sie neben ihrer Schwester Cassandra eingeschlafen und jetzt befindet sie sich im Jahre 2015, wo Frauen Hosen tragen und kleine Wesen im Fernseher herum tanzen.

Mir hat besonders der leichte, flüssige und gut zu lesende Schreibstil gefallen. Zu Anfang war es ein bisschen verwirrend, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven bzw. der Sicht verschiedener Charaktere erzählt wird, weil man dadurch etwas schlecht in die Geschichte hinein kam, aber nach einiger Zeit hatte man sich daran gewöhnt und letztendlich war es sogar sehr spannend auch über die Gefühle der anderen Charaktere etwas zu erfahren. Beide Protagonisten fand ich bezaubernd dargestellt. Vor allem bei Jane war ich extrem begeistert. Sie wird so wundervoll dargestellt, das ich mir beim lesen immer wieder gewünscht habe, sie wäre doch in meinem Bett aufgewacht! Viele Handlungen im Buch waren vorhersehbar, was mich aber nicht weiter gestört hat, denn das ein solcher Roman keine extreme Tiefe hat, dass sollte man vor dem lesen einkalkulieren. Für mich hätte das Buch allerdings gerne noch weiter gehen können, denn für mich kam das Ende dann doch ein bisschen plötzlich. Beim lesen kam platze dann auf einmal die Idee in meinen Kopf, ob es wohl ein Buch gäbe, dass die Zeitreise in die andere Richtung beschreibt? Das fände ich irgendwie auch spannend und würde es ebenfalls verschlingen.

5) „Die Brückenbauer“ von Jan Guillou (800 Seiten bzw. 21 Hörstunden und 46 Minuten)

Ich bin ja ein sehr großer Fan von Trilogien oder Romanen die etliche Fortsetzungen haben, vor allem wenn sie zu Zeiten des Mittelalters oder aber in Epochen spielen, die mich prinzipiell sehr interessieren. Dieses Buch hat mich direkt aufgrund seines Covers angesprochen, weniger die Geschichte. Einmal angefangen zu hören, konnte ich schlecht wieder aufhören, denn die verschiedenen Wege, die die drei Brüder nach ihrem Studium gehen, sind so spannend wie abenteuerlich. Leider wird kaum auf Sverre eingegangen, doch ich habe gesehen, dass sich dies ab dem zweiten Band ändert. Vor allem Oscar und Lauritz stehen im Fokus. Beides sind wunderbar herausgearbeitete Charaktere, die es einem sehr leicht machen zu verstehen, warum sie in einer Situation so reagieren, wie sie reagieren. Die Thematik der deutschen Kolonien zu Beginn des 1. Weltkrieges, war nie wirklich ein Themengebiet was ich sonderlich spannend fand, aber wie Jan Guillou die Geschichte wieder gibt, macht Lust darauf, sich mit diesem Teil unserer Geschichte näher zu befassen. Das jeweilige Leben, mit seinen Entbehrungen, seinen unvorhersehbaren Wendungen, Enttäuschungen, Liebschaften und schwierigen Schwiegervätern wird so farbenprächtig dargestellt, dass man sich wirklich fühlt, als ob man zusammen mit Lauritz durch den Schneesturm wandert oder mit Oscar irgendwo in der Savanne berauschende Feste mit Eingeborenen feiert. Ich werde die nachfolgenden Romane auf jeden Fall lesen (oder hören) denn Guillou weiß wie man Geschichten schreibt, die man förmlich verschlingen muss.

Worum geht es? Bei einem Unglück auf hoher See stirbt der Vater von Lauritz, Oscar und Sverre. Sie sind noch Kinder und mit der Situation völlig überfordert. Ihre Mutter schickt sie trotz ihres junges Alters zu einer Lehre fort in die Stadt. Sie nehmen ihr Schicksal klaglos an bzw. mehr sogar. Voller Begierde saugen sie all das Wissen auf das sie kriegen können. Durch eine glückliche Fügung gelangen sie an eine renomierte Universität und beenden zwanzig Jahre später ihr Studium mit Auszeichnung. Aus den ehemals drei Fischerjungen sind die besten Brückenbauer des Landes geworden

Ich weiß, 4 Romane und 1 Hörbuch sind jetzt keine so wahnsinnige Ausbeute für eine Leseratte wie mich, aber die Semesterferien (und dazu noch voraussichtlich meine letzten!) haben ja gerade auch erst angefangen und ich muss gestehen, ich bin eigentlich auch eher ein Winterleser, wenn es diese Bezeichnung überhaupt gibt. Ich liebe es, wenn es draußen langsam dunkel wird, ich in meinem Zimmer Kerzen anzuzünden, mich auf meine Couch kuscheln, einen Tee trinken und mich einfach treiben lassen kann. Irgendwie klappt das im Sommer nicht so gut, denn da lenken einen so viele andere Dinge ab. Das schöne Wetter, die Natur oder weil man das Gefühl hat, man wäre unmotiviert und faul wenn man die langen Sommertage nicht effektiv ausnutz. Auf jeden Fall, schaffe ich es im Winter immer eher meine „Bücher-die-ich-noch-lesen-muss“ soweit zu minimieren, dass ich ohne schlechtes Gewissen wieder unzählig neue erwerben kann.

Welche Bücher hast du im Juli gelesen? Und was sind deine Pläne für den August? Schreib es in die Kommentare und vielleicht gesellt sich so noch die ein oder andere Buchidee dazu …

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