#Klassiker – Jane Austen

Jaaa ich bekenne mich schuldig. Ich liebe, liebe, liebe Jane Austen.

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Jane Austen, idealisiertes postumes Porträt, 1873 (Quelle)

Und ja ich muss auch gestehen, das ich mich früher mit ihrem Schreibstil überhaupt nicht anfreunden konnte. Er war mir zu schwülstig und zu gestellt. Vielleicht muss man ein bestimmtes Alter erreichen um diese Meisterwerke wirklich zu verstehen und lieben zu können? Ich weiß es nicht. Bei mir hat die Wende eigentlich eine Biografie von Elsemarie Maletzke („Mit Jane Austen durch England“) gebracht. Meine Mutter war und ist schon seit ewigen Zeiten eine riesen große Jane Austen Liebhaberin. Sie hat alle ihre Bücher zu Hause und sämtliche Filme auf DVD. Natürlich war klar, dass sie irgendwann versucht hat, mich an diese großartige Schriftstellerin heran zu führen 😉 Meine erste Verfilmung einer ihrer Romane war „Stolz und Vorurteil“ und was soll ich sagen? Als ich Mr. Darcy gesehen habe war es um mich geschehen. Aber mein erstes Buch war ein anderes – „Anne Elliot oder die Kraft der Überredung“. OMG! Wie sehr vergöttere und bewundere ich Captain Frederick Wentworth. So ein Mann ist die Inkarnation meiner Träume. Er ist gebildet, freundlich, zuvorkommend, wahnsinnig sexy, einfühlsam und so unwiderstehlich männlich! Ich weiß, das klingt verrückt, aber alle die diesen Roman gelesen haben, können sich vielleicht vorstellen was ich meine. Meine Mutter zum Beispiel mag besonders Edward aus „Sinn und Sinnlichkeit“ oder eine Freundin von mir findet besonders Mr. Bingley sehr attraktiv. Und genau das liebe ich an Jane Austens Büchern so sehr. Sie hat für jede Frau einen Traummann geschrieben. Jemanden, den sich jede von uns insgeheim wünscht, der natürlich so hohe Erwartungen hervorruft, die man in der wirklichen Welt so nicht findet. Aber das ist nicht schlimm, denn träumen darf man ja. Ich wünschte manchmal, ich könnte ihr persönlich danken und ihr sagen, wie viel mir ihre Geschichten bedeuten und wie viele Frauen und auch Männer sich in ihren Geschichten verlieren werden. Ich bewundere sie dafür, dass sie sich solche Geschichten ausgedacht hat, vor allem weil sie selber ja nie verheiratet war. Ich finde es bewundernswert, wie sie über die Liebe schreibt, wo sie selber nur einmal wirklich verliebt war und dann diesen Mann noch nicht einmal heiraten bzw. Zeit mit ihm verbringen konnte, weil die Standesschranken dies verhindert haben. Sie schreibt so über die Liebe, wie jede Frau es sich insgeheim in ihren, an tiefster Stelle im Herzen vergrabenen, Träumen ausmalt. Sie soll Funken sprühen, einen fesseln, einen völlig kopflos und trunken vor Glück machen. Sie soll tief sein, auf einer Ebene, auf der man sich auch ohne viele Worte versteht und in der Geborgen- und Sicherheit das wichtigste ist. Ohne Liebe kann keine Beziehung wachsen, ohne Liebe ist alle Mühe vergebens.

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Jane Austen, gemalt von ihrer geliebten Schwester Cassandra (Quelle)

Ich kann gar nicht genau sagen, welches ihrer Bücher ich am meisten mag. Wobei, doch schon. Es ist „Anne Elliot oder die Kraft der Überredung“ („Persuasion“ im Englischen). Danach reihen sich direkt „Stolz und Vorurteil“ sowie „Sinn und Sinnlichkeit“ bzw. „Verstand und Gefühl“ ein. Mit etwas Abstand folgen dann „Die Watsons“„Mansfield Park“ und ganz weit abgeschlagen „Emma“. Ich finde das Emma der schlechteste aller ihrer Romane ist. Mir gefällt dieses verzogene, aufdringliche und völlig überdrehte Mädchen nicht, die im Leben anderer herumwurschtelt und ein so krasses Standesdenken hat. Ich weiß nicht genau, warum sich dieser Roman so von den anderen unterscheidet, aber mit Emma könnte man mich jagen! „Die Abtei von Northanger“ habe ich zum Beispiel noch gar nicht gelesen, es liegt definitiv noch auf meinem SUB.

Gerne gelesen habe ich auch „Geliebte Jane: Die Geschichte der Jane Austen“ von Jon Spence. Ich dachte zunächst, dass es sich hierbei um die Romanvorlage für die Verfilmung mit Anne Hathaway handelt aber in Wirklichkeit ist es eine Biografie. Sie ist aber sehr lustig und unterhaltsam geschrieben und nicht staubtrocken bzw. eine Aneinanderreihung von Jahreszahlen und Ereignissen. Nur ist es etwas kompliziert die ganzen Mitglieder der Familie Austen auseinander zu halten, denn jeder dritte heißt Edward oder Richard und manchmal verliert man etwas den Überblick. Was ich an dem Buch besonders schön fand, war zu erfahren, wie Jane Austen zu den Ideen für ihre Romane gekommen ist und welche wirklichen Personen hinter Mr. Darcy oder Captain Frederick Wentworth stehen. In diesem Zusammenhang kann ich auch jedem „Ich bin so voller Ungeduld – Briefe an Cassandra“ empfehlen. Es ist eine Zusammenfassung sämtlicher noch erhaltenden Briefe von Jane an ihre geliebte Schwester Cassandra. Wunderschön zu lesen, wie eng die Beziehung zwischen diesen beiden Schwestern war und wie viel Wert sie auf die Meinung der anderen jeweils gelegt haben. In schwierigen Zeiten konnten sie sich aufeinander verlassen und die eine hat die andere aufgefangen und unterstützt.

Welches sind eure erklärten Lieblinge von Jane Austen? Und warum?

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