#Genderissue – Warum sind Mädchen rosa und Jungen blau?

Heute kommt mal ein etwas anderer Blogpost. Ich weiß auch nicht genau, wie es dazu kam, aber irgendwie ist es einfach aus mir heraus geflossen … Als ich noch jünger war, so im Kindergarten- und Grundschulalter, hatte ich immer den Wunsch, ein Junge zu sein. Ich konnte mich einfach viel besser mit den Jungs in meiner Kindergartengruppe oder der Grundschulklasse identifizieren. Vielleicht ging es einem von euch ja genauso? Natürlich war ich mir immer bewusst, das es einen kleinen aber entscheidenden Unterschied zwischen mir und meinen Freunden gab, aber das hat uns nicht weiter gestört. Logischerweise war mein bester Freund im Kindergarten ein Junge, um den mich alle anderen Mädchen beneidet haben. Ich hab das nie verstanden, denn verliebt oder so, war ich nicht in ihn. Er war einfach mein Freund und er hat mich nicht als blödes Mädchen gesehen, die nur mit Puppen spielt und die ihre neuen Lackschuhe auf keinen Fall schmutzig machen will oder darf. Ich war immer vorne mit dabei wenn es zum spielen in den Match ging, wenn wir Räuber-und-Gendarmen im Wald gespielt oder wenn wir Fahrradrennen im Hof veranstaltet haben. Ich habe es gehasst, Kleider zu tragen. Blumenmuster und die Farbe Rosa? Ganz schlimm. Lange Haare? Weht einem immer ins Gesicht und dauert viel zu lange, dass sie trocken werden, von den Knoten im Haar ganz zu schweigen. Mit Puppen spielen? Ätzend und langweilig. Natürlich hatte ich auch Barbies, aber nur aus dem Wunsch heraus, weil meine beste Freundin auch eine hatte und ich nicht als Außenseiter dastehen wollte. Aber sie war nie so interessant wie das neuste Rittermodell von Lego. Ich glaube mit 13 hat es dann angefangen, dass sich meine Sichtweise verändert hat. Ich habe angefangen für die Backstreet Boys zu schwärmen, stundenlang darüber zu debattieren ob Nick und Brian süßer ist, beim tanzen meinen Körper kennen zu lernen und mich, sagen wir, fraulicher zu kleiden. Spätestens als ich dann ein Jahr später meine erste Periode bekommen habe, habe ich mich vollständig als Frau empfunden und seitdem nie wieder das Gefühl gehabt, vielleicht im falschen Körper geboren zu sein. Lange Haare mag ich allerdings immer noch nicht ^^.

Vor einigen Wochen habe ich eine Dokumentation über die Konditionierung der Geschlechter auf verschiedene Verhaltensmuster gesehen und mich gefragt, warum sind Jungen blau und Mädchen rosa? Warum sollen Jungen stark, mutig und laut sein („Ein Indianer kennt keinen Schmerz“) und Mädchen schüchtern, zurückhaltend und angepasst? Ich denke es gibt zu diesem Thema schon so viele gute und weniger gute Artikel, weswegen ich gar nicht versuchen möchte, hier tiefer ins Detail zu gehen. Nur so viel, als wir (mein Vater, mein Bruder und ich) letzte Woche in den Bergen wandern waren, gab es auf einer Hütte einen sehr interessanten Artikel in der „Servus“ über Farben. Dort stand, dass eigentlich jahrhundertelang im westlichen Kulturkreis Rosa die Farbe der Jungen war, denn Rosa ist auch bekannt unter der Bezeichnung „das kleine Rot“ und dieses war die Signalfarbe der Männlichkeit. Blau hingegen war die Farbe der Mädchen, da dies die Farbe der Jungfrau Maria war. Erst ab den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde es zur Gewohnheit, das mit Jungen hellblau und mit Mädchen rosa assoziiert wird. Man vermutete das diese Farbsymbolik, vor allem durch die ab 1900 immer häufiger vorkommenden blauen Uniformen der Matrosen und Industriearbeiter, verblasste. Blau wurde immer mehr mit erwachsender Männlichkeit verbunden. Ist das nicht witzig? Ich selbst halte rein gar nichts von diesem ganzen Farben-Zuordnungs-Quatsch! Ich habe seit dem ich denken kann immer das angezogen was ich wollte und das waren vor allem Klamotten meiner Cousinen und Cousins, die von mir und meinem Bruder aufgetragen wurden. Da existierten Röhren- und Schlaghosen neben Cordhosen und schrecklichen Radlerhosen in den unmöglichsten Farben. Weite T-shirts und Pullis mit grauenvollen Prints. Aber ich habe es geliebt. Ich konnte mich ausleben. Was vielleicht auch ein Grund ist, warum jetzt in meinem Kleiderschrank eigentlich nur drei Farben vorherrschen: schwarz, grau und weiß.

Ich bin froh, das mein Bruder und ich die Freiheit hatten selber zu entscheiden was wir mögen oder interessant finden. Wir konnten uns selber entdecken ohne auf bestimmte Muster konditioniert zu werden. Und wenn ich später einmal Kinder haben sollte, dann würde ich genau den gleichen Weg gehen und ist das nicht eigentlich das bemerkenswerteste daran, weil man ja eigentlich eher sagt, man will so ganz anders werden als seine Eltern? Irgendetwas müssen sie also verdammt richtig gemacht haben.

Wie steht ihr zu dieser Ansicht? Es würde mich wirklich wahnsinnig interessieren …

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