Mein Bücherregal – Daniel Wolf

Was kann ich euch zu diesem Autor erzählen? Eigentlich weiß ich nicht viel über ihn, nur so viel, dass er eine Gabe besitzt, die man selten findet. Er hat die Gabe, mit wenigen Worten, dich in eine Zeit zu entführen, die sicherlich nicht annähernd so glamourös war, wie wir uns das in unseren Träumen ausmalen und auf sämtlichen Mittelaltermärkten erleben. Er hat die Gabe, mit wenigen präzisen Worten, eine Kulisse zu erschaffen, die es einem unmöglich macht, sie auch nur für ein paar Minuten zu verlassen. Er hat die Gabe, Sympathie und Antipathie in einem zu wecken, über deren Stärke man nur selbst erstaunt sein kann. Das letzte Mal, wo ich so wirklich wütend auf einen Charakter war, war in „Harry Potter und der Orden des Phönix“ als ich Umbridge auf jeder Seite an die Gurgel hätte springen können. Gott, was war ich angenervt von dieser Frau!

Auf jeden Fall, zurück zum Thema. Seine ersten beiden Romane habe ich jeweils als Hörbuch gehört. Vielleicht war das auch der Grund, warum mich die Geschichten sofort gepackt haben. Der Sprecher hat jeweils eine so schöne und spannende Grundstimmung hervorgerufen, dass man wirklich überhaupt nicht aufhören konnte zu lauschen. Daniel Wolf versteht es wirklich Meisterhaft den Leser zu fesseln und das mit keinen Bandwurmsätzen, wie zum Beispiel Ken Follett das gerne macht. Aus diesem Grund habe ich mich nach „Die Tore der Welt“ und „Winter der Welt“ an kein weiteres seiner Bücher gewagt. Man hat bei ihm das Gefühl mehr lesen zu müssen als eigentlich Seiten vorhanden sind, einfach weil seine Satzstruktur so unfassbar kompliziert und verschachtelt ist. Ging euch das mit seinen Büchern auch so?

Daniel Wolf hingegen findet klare Worte, die aber auf keinen Fall einfältig wirken oder das Lesevergnügen schmälern. Eigentlich hat er mich sehr an die Schreibweise von Rebecca Gablé und Sabrina Qunaj erinnert, wobei alle drei ihren eigenen Stil haben, der sie absolut authentisch und einzigartig macht.

Seiten: 1152 / Taschenbuch: 9,99 €

Worum geht es? Herzogtum Oberlothringen, 1187. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt der junge Salzhändler Michel de Fleury das Geschäft der Familie. Doch seine Heimatstadt Varennes leidet unter einem korrupten Bischof und einem grausamen Ritter, der die Handelswege kontrolliert – es regieren Armut und Willkür. Als Michel beschließt, Varennes nach dem Vorbild Mailands in die Freiheit zu führen, steht ihm ein schwerer Kampf bevor. Seine Feinde lassen nichts unversucht, ihn zu vernichten. Nicht einmal vor Mord schrecken sie zurück. Und schließlich gerät sogar seine Liebe zur schönen Isabelle in Gefahr …

Seiten: 1152 / Taschenbuch: 9,99 €

Worum geht es? Varennes-Saint-Jacques im Jahre des Herrn 1218: Eine Stadt, drei Menschen, drei Schicksale. Der Buchmaler Rémy Fleury träumt von einer Schule, in der jedermann lesen und schreiben lernen kann. Sein Vater Michel, Bürgermeister von Varennes, will seine Heimat zu Frieden und Wohlstand führen, während in Lothringen Krieg herrscht. Die junge Patrizierin Philippine ist in ihrer Vergangenheit gefangen und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Sie alle eint der Wunsch nach einer besseren Zukunft, doch ihre Feinde lassen nichts unversucht, sie aufzuhalten. Besonders der ehrgeizige Ratsherr Anseau Lefèvre hat geschworen, die Familie Fleury zu vernichten. Niemand ahnt, dass Lefèvre selbst ein grausiges Geheimnis hegt …

Wie ich ja in dem Post zu meinem Geburtstag bereits erwähnt hatte, habe ich den dritten Teil von einer sehr lieben Freundin bekommen und habe gestern ganz frisch angefangen zu lesen. Bis jetzt (ich bin gerade auf Seite 150) bin ich sehr begeistert, auch wenn es mir etwas schwer fällt, auf eine Ebene mit dem Hauptcharakter zu kommen. Mir hat vor allem Rémy in „Das Licht der Welt“ sehr gut gefallen. Er hat mein Charakterenherz (gibt es dieses Wort überhaupt in der deutschen Sprache?) sofort erobert. Balian ist mir irgendwie zu ungestüm und naiv, aber vielleicht ändert sich ja meine Meinung noch, ich werde euch berichten. Seine Zwillingsschwester Blanche (Rebecca Gable lässt grüßen xD – alle die den dritten Teil der Waringham-Saga gelesen haben, wissen was ich meine) gefällt mir um längen besser. Sie ist taff und weiß was sie will, obwohl sie schon so jung Witwe (mit 27) geworden ist, lässt sie sich nicht verbiegen bzw. unter Druck setzten. Zum Glück steht ihr wundervoller Vater Rémy (♥) hinter ihr.

Seiten: 672 / Taschenbuch: 9,99 €

Worum geht es? Varennes-Saint-Jacques 1260: Die Gebrüder Fleury könnten verschiedener nicht sein. Während Michel das legendäre kaufmännische Talent seines Großvaters geerbt hat und das Handelsimperium der Familie ausbaut, träumt Balian von Ruhm und Ehre auf dem Schlachtfeld. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit ihm. Nach dem Tod seines Bruders muss Balian die Geschäfte plötzlich allein führen. Es kommt, wie es kommen muss: Bald steht die Familie vor dem Ruin. Balian sieht nur noch eine Chance: Eine waghalsige Handelsfahrt soll ihn retten. Das Abenteuer führt ihn und seine Schwester Blanche bis ans Ende der bekannten Welt – und einer seiner Gefährten ist ein Mörder …

So jetzt, habt ihr einen kleinen Überblick über seine Werke, jetzt ein bisschen was zum Autor selbst. Daniel Wolf, heißt eigentlich nicht wirklich Daniel Wolf. Es ist ein Pseudonym von Christoph Lode. Seinen Debütroman „Der Gesandte des Papstes“ erschien bereits 2008. Es folgten weitere Romane wie „Das Vermächtnis der Seherin“, „Die Bruderschaft des Schwertes“  sowie eine Fantasy-Triologie mit dem Namen„Pandaemonia“. Aber seinen wirklichen Durchbruch erlangte er erst 2013 mit „Das Salz der Erde“. Es ist richtig wahnsinnig, denn beide Bücher standen monatelang auf den Bestsellerlisten und wurden insgesamt mehr als 400.000 mal verkauft (Quelle).

Zu guter letzt noch eine Notiz am Rande. Es gibt noch eine kleine, aber sicherlich auch feine Geschichte, allerdings nur auf dem Kindle oder als Hörbuch zu bekommen, der sich „Der Vasall des Königs“ nennt und sozusagen die Vorgeschichte zum dritten Roman ist. Ich habe ihn nicht gelesen und weiß auch nicht ob ich das noch nachholen werden, denn ich denke man kann „Das Gold des Meeres“ auch ohne diese 124 Seiten verstehen.

Der Vasall des Königs: Eine historische E-Only-Kurzgeschichte - (Prequel zu Fleury 3) (Kindle Single) von [Wolf, Daniel]

Worum geht es? Varennes-Saint-Jacques, 13. Jahrhundert: Balian Fleury hadert mit seinem Leben. Die Arbeit im traditionsreichen Kaufmannsgeschäft der Familie liegt ihm nicht; immerzu steht er im Schatten seines Bruders Michel. Als Wilhelm von Holland, der junge König des Heiligen Römischen Reiches, gegen die aufständischen Friesen in den Krieg ziehen will, wittert Balian seine Chance, dem tristen Dasein zu entkommen. Gegen den Willen seiner Familie schließt er sich dem königlichen Heer an. Anfangs ist Wilhelm siegreich, und Balian genießt das abenteuerliche Leben. Doch dann entwickelt sich der Feldzug zur Katastrophe …

Ich hoffe, ich konnte euch damit einen kleinen Eindruck von einem weiteren LieblingsautorInnen Meinerseits liefern und vielleicht ist der eine oder andere ja auch auf den Geschmack gekommen, sein Glück mit ihm mal zu probieren … Uuuunnnnddd liebe Leute, ich habe gerade gesehen, dass Daniel dabei ist einen 4 Teil der Fleury-Saga zu schreiben! Sehr, sehr cool und Daumen hoch dafür 🙂

Zu guter letzt, falls ihr noch mehr Informationen über Daniel Wolf erfahren möchtet, zum Beispiel wo er Lesungen abhält etc. dann schaut doch einfach auf seiner Internetseite vorbei.

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