Erinnerungen sammeln …

Gerade sitze ich in unserem Garten. Es ist warm, ein leichter Wind umspielt mich. Die Luft um mich herum ist erfüllt von einem summen und plätschern. Es riecht nach frisch gemähtem Rasen und ganz leicht nach Rosen. Das Licht der Sonne bricht durch die Blätter des Kirschbaums unter dem ich sitze und irgendwo über mir sitzt eine Kohlmeise und hat vielleicht noch nicht mitbekommen, dass die Paarungszeit eigentlich schon vorbei wäre. Ich versuche diesen Moment ganz tief in mich aufzunehmen. In ein paar Monaten, wenn der Wind wieder um die Ecken weht, es ständig regnet und bitter kalt wird, dann sind diese Gedanken oft wie ein kleiner Anker.

Positivity

Ein Anker, dass man nicht in Trübsal verfällt, seinen negativen Gedanken zu viel Raum schenkt und von Traurigkeit zerfressen wird. Ich glaube das es vielen Menschen da draußen so geht, dass sie sobald die Tage kürzer werden, in eine Art Winterdepression verfallen. Man hat das Gefühl, man lebt in einem absoluten Einheitsgrau, jeder Tag ist so wie der davor. Es kommt einem manchmal so vor, als ob die Sonne selbst zu müde ist, dass sie es nicht mehr schafft ihre Strahlen bis zu mir in mein Zimmer zu schicken. Wenn ich an einem solchen Morgen aufwache, dann will ich mich am liebsten umdrehen, die Augen wieder zu machen und einfach weiter schlafen. Jeder Schritt ins Badezimmer, die Küche geschweige denn vor die Haustür kommt einem dann vor wie 100te von Kilometern.

Es wäre so leicht, sich diesen Gefühlen hinzugeben, sich aus der 5 Things To Do Before You Get Out Of BedWelt für ein paar Tage zu verabschieden, doch man weiß, aus ein paar Tagen können schnell Wochen werden, aus Wochen Monate. Wenn man einmal diesem Drang für Länger nachgegeben hat, dann wird das erneute Anfangen so unfassbar schwer. Eine Mammutaufgabe. Unlösbar und unüberwindbar. Ein Teufelskreis.

In solchen Momenten krame ich in meinen „Erinnerungskisten“. Suche nach Momenten, in denen ich glücklich, sorgenfrei, erleichtert oder zufrieden war, in denen ich geliebt oder gelobt wurde. Momente die mein Leben verändert haben oder die mich haben wachsen lassen. Momente in denen ich Größe gezeigt habe, Momente in denen ich über mich hinaus gewachsen bin. Das ist manchmal schwer, weil die Dunkelheit so übermächtig ist, aber selbst nur ein kleiner Funke Hoffnung kann oft helfen. Ich habe über meinem Bett eine Collage aus Postkarten, die ich von Freunden und Familie über all die Jahre bekommen habe. Zu jeder Karte weiß ich die Geschichte die da hinter steht. Viele sind von meinen Eltern, die sie mir vor Prüfungen geschickt haben oder einfach so um mich zu überraschen. Eine Karte ist sehr besonders, denn sie ist von meinem verstorbenen Opa. Es war eine Karte zu meiner Kommunion als ich 9 Jahre alt war. Er hatte sie in dem Buch versteckt, dass er mir, zusammen mit meiner Oma, geschenkt hatte. Sie ist ganz klein und hat ein Blumenbouquet als Aufdruck (etwas kitschig, aber Kitsch kann manchmal auch schön sein!). Neben diesen Karten hängen noch viele unterschiedliche Bilder. Bilder von meiner Familie, meinen Großeltern, meinen Freunden. Wenn ich mir diese Bilder ansehe, mein Lächeln, das Lächeln der anderen sehe, dann muss ich es automatisch erwidern. Es steckt an, obwohl die Momente, in denen diese Bilder entstanden sind und das worüber man gelacht hat, schon Monate oft auch Jahre zurück liegen.

Für jeden gibt es sicherlich eine andere Taktik sich aus dem Grau zu befreien, dass einen an manchen Tagen umgibt. Egal wie man es anstellt, wenn man erst einmal den ersten Schritt geschafft hat, dann kann der Tag nur schöner und heller werden als er angefangen hat.

Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels und dort wo Regen fällt wachsen später die schönsten Blumen. In diesem Sinne, genießt noch diesen wunderschönen Tag und sammelt  so viele Erinnerungen für die kalten Tage wie ihr nur könnt …. ♥

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