#Rezension – Die Honigtöchter

Die Honigtöchter

Autorin: Cristina Caboni

Preis: 9,99 € (Taschenbuch)

Seitenzahl: 416

Verlag: Blanvalet

Leseprobe: „Die Honigtöchter“

Worum geht es? Die geheime Sprache der Bienen erzählt von Liebe und der Vergangenheit einer Insel …

Kurz nach Sonnenaufgang verlässt Angelica Senes eine Landstraße in Südfrankreich und folgt einem von Rosmarin und Lavendelbüschen gesäumten Weg. Sie sucht den Bienenstock auf, den man ihr anvertraut hat. Sie ist reisende Imkerin, und sie liebt ihre Freiheit. Auch wenn sie dabei das türkisblaue Meer ihrer Heimat Sardinien vermisst. Erst als ihre Patentante stirbt und ihr ein Cottage hinterlässt, kehrt Angelica zurück. Doch dort muss sie sich dem stellen, was sie einst zurückließ: ihrer Familie, den Geheimnissen der Insel – und Nicola, dem Mann, an den sie schon als Kind ihr Herz verlor …

Wie fand ich es? Ich war wirklich gespannt auf dieses Buch, denn meine Mutter hat von dem Debüttroman der Autorin so geschwärmt. Ich hatte ihr „Die Rosenfrauen“ letztes Jahr geschenkt, als sie für ein paar Tage alleine in den Urlaub gefahren ist. Sie hat ihn sehr gerne gelesen. Ich selber kann leider bis jetzt keine Meinung abgeben, weil ich es noch nicht geschafft habe es zu lesen. Aber als ich jetzt gesehen, habe, dass dieses Buch Bienen als Hauptthema hat, bin ich direkt los und habe es mir in der Bücherei ausgeliehen. Ich liebe Bienen. Sehr sogar. Seit dem ich mal ein Modul im Studium besucht habe das sich „Bienenkunde“ nannte und der Professor so unfassbar motiviert war, wurde meine Liebe zu ihnen geweckt. Meine Cousine hat sogar ein eigenes Volk, was ich fantastisch finde. Diese kleinen Wesen sind so wichtig für unsere Umwelt, für unser Leben. Ohne sie und ihre wilden Verwandten (sowie viele anderen Insekten) würde es keine Äpfel, Kirschen, Birnen oder sämtliche anderen Früchte/Gemüse geben.

Cristina Caboni lebt mit ihrer Familie auf Sardinien und züchtet selber Bienen und Rosen, was dem ganzem Roman eine wirklich authentische Note gibt. Mir hat besonders gut gefallen, wie intensiv sie die Natur beschreibt, die Gerüche und Geräusche. Man hatte das Gefühl, man würde direkt mit Angelica an der tosenden Brandung stehen, mit ihr durch den Rosmarinhain wandern, die Bienen auf der Haut spüren, den Duft von Honig in der Nase haben. Ich weiß nicht wie, aber Cristina hat es geschafft alle meine Sinne anzusprechen, wodurch das Lesevergnügen extrem gesteigert wurde. Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe es innerhalb von einem Tag und einer Nacht durchgelesen, was ich schon sehr lange nicht mehr hatte.

Was mir besonders gut gefallen hat, war das am Anfang jeden Kapitels eine Honigsorte, mit ihren Eigenschaften und Geschmack, beschrieben wurde. Wie sie schmeckt, wie sie kristallisiert, welche Wirkung ihm zugeschrieben wird. Ich finde das eine wunderbare Idee, vor allem weil es dem ganzen Roman eine wunderbare Note gibt und einfach authentisch wirkt.

Allerdings hätte ich zwischendurch Angelica gerne so richtig mal die Meinung gesagt, weil sie vieles so verkompliziert und unnötig dramatisch macht, aber dann wieder rum konnte ich sie so gut verstehen, vor allem als es um den Schutz der einzigartigen Natur rund um das Haus ihrer Patentante ging. Auch wenn diese nur in der Vergangenheit ihre Auftritte hatte, so fand ich gerade die Beschreibung dieser Frau unfassbar faszinierend. So viel altes Wissen und so viel Gütigkeit. Ich hätte gerne mehr von über sie erfahren bzw. mehrere Kapitel mit ihr gelesen. Man kann verstehen, warum Angelica so sehr an ihr hängt und das der Verrat ihrer Mutter so unfassbar schwer wiegt. Auch wenn die Beziehung zwischen Angelica und ihre Mutter mehr als kompliziert ist, entwickelt sich im Laufe des Romanes ein feines Netz zwischen den beiden und sie können sich annähern, was ich besonders schön fand. Dies geschieht vor allem auch durch die anderen Frauen im Ort, die Natur und dadurch das Angelica immer offener wird. Sie ist außerdem so mit Liebe bei dem was sie tut und zu 100 % von dem überzeugt, dass sie mir trotz ihrer manchmal etwas nervigen Art sehr ans Herz gewachsen ist. Sie ist ehrlich und gerade ihre Naturverbundenheit und Art wie sie mit den Bienen umgehen kann (sie singt für sie und wird ein Teil des Volkes), macht sie wirklich sehr sympathisch. Ihr Handeln und ihre Reaktionen sind authentisch und nachvollziehbar und auch wenn die Liebesgeschichte im Roman relativ vorhersehbar ist, wirkt sie durch das Verhalten der Protagonisten überhaupt nicht erzwungen oder unnatürlich. Alle Figuren in „Die Honigtöchter“ haben Ecken und Kanten, sind normale Menschen mit Stärken und Schwächen. Sie sind sich diesen bewusst und stehen Selbstbewusst zu dem was sie können und auch zu dem was nicht. Sie brennen für ihren Heimatort und stehen geschlossen als Gemeinschaft zusammen. Es ist schade, dass man so ein Gemeinschaftsgefühl nur noch in ganz wenigen Städten findet, denn in so einer Umgebung würde sich jeder Mensch, egal wie ängstlich oder introvertiert er auch ist, sicherlich aufblühen.

Wer also einen schönen und leichten Roman sucht, der gerne die Sonne auf der Haut spüren, Bienen summen hören oder sich in den Düften von Zitronen, Rosmarin, Lavendel und verschiedenen Geschmäckern verlieren möchte, der sollte an diesem schönen Roman nicht einfach so vorbei gehen!

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