Der Blick in den Spiegel

Gerade habe ich das extreme Bedürfnis mit euch über eine Sache zu sprechen, die mich schon so lange beschäftigt und die, die vielleicht auch die Beiträge abseits der „Rezensionen“ und „Mein Bücherregal“-Post gelesen haben wissen vielleicht worum es geht. Um Selbstliebe. Um das Akzeptieren wie man ist.

In einem der letzten Klatschmagazine (ja, manchmal kaufe ich mir so einen Trasch ^^), gab es einen Bericht über die Stars und Sternchen, die angeblich zu dick wäre, um ihren Körper in einen Bikini zu stecken und damit auch noch am Strand entlang spazieren. Unter anderem waren dort auch zwei Damen abgebildet, die in ihrer sehr turbulenten Vergangenheit jahrelang mit einer Essstörung gekämpft haben. In diesem Artikel, wurden Bilder gezeigt, die schon etliche Jahre zurück liegen, also in ihrer schlimmsten Zeit der Magersucht aufgenommen wurden. Diese Bilder, wo sie offensichtlich krank waren, werden mit ihren jetzigen, deutlich gesünderen Körpern verglichen und daraus wird geschlussfolgert, dass sie wohl ziemlich zugenommen haben und nach Vorstellung der Reaktion fett sein. Was bitte gibt uns das für ein Bild unserer Gesellschaft? Körper, die augenscheinlich gesund sind werden als Makel angesehen. Magerheit, das hervorstechen von Knochen, das Ausbleiben der Periode (bei Frauen) und eine Thigh Gap sind offensichtlich wichtiger als Gesund zu sein.

Wir wissen über die Leben dieser beiden Frauen, die stellvertretend für alle Frauen dieser Welt stehen könnten, nichts. Nur das, was wir aus solchen Zeitschriften erfahren und 90 % davon ist erstunken und erlogen. Wir wissen nicht, was sie denken oder was sie bewegt. Was wir aber sicherlich wissen ist, dass wenn sie solche Bilder und diese Bildunterschriften lesen würden, sie wieder anfangen würden an sich zu zweifeln. An ihrer Entwicklung raus aus der Krankheit. Sie würden vielleicht wieder in die Spirale zurückfallen aus Hunger und exzessiven Sport. Warum tun wir das? Warum ziehen wir über Menschen her, die dick sind, die zu dünn sind, die Tattoos haben, die sich piercen lassen, die nicht so essen wie wir, die nicht vegan oder vegetarisch sind, die eine andere Religion haben, die einen Burkini tragen, die was weiß ich. Warum müssen wir immer urteilen?

Diese Frage beschäftigt mich wirklich. Ich versuche seit knapp einer Woche bewusst darauf zu achten, in was für Situationen, ich selber unbewusst beurteile. Ich habe mich schon einige Male ertappt, wo ich dachte „Diesen ganzen Junkfood willst du kaufen, bei deinem Körperumfang“ oder „Warum zieht man so etwas kurzes an, wenn man nicht die Beine dafür hat“. Und dann dachte ich STOPP, was tust du da? Jeder Mensch ist einzigartig, jeder Mensch hat es verdient so zu leben wie er/sie es gerne möchte und niemand, wirklich niemand hat das Recht denjenigen dafür zu verurteilen. Jede Frau hat das Recht so kurze Klamotten zu tragen wie sie möchte, ganz gleich, wie viel Cellulite sie hat (was ja auch ein völlig normales Phänomen ist, fast jede Frau hat sie, genetisch bedingt). Ich glaube wir bekommen durch die Medien in ein so verzehrtes Bild vor die Nase verhalten, dass wir schon vergessen haben, wie der menschliche Körper wirklich aussieht. Das er Ecken und Kanten, Dellen, Dehnungsstreifen, Narben und was weiß ich alles hat. Niemand sieht so makellos aus, wie die gephotoshopten Supermodels auf den Plakatwänden oder in der Werbung. Da ist keine einzige Falte im Gesicht. Die Taille ist so dünn, dass man mit beiden Hände bequem herumgreifen kann und die Oberschenkel sind so dünn wie mein Arm.

Gerade heute hatte ich selber wieder einen Moment, in dem ich sehr gezweifelt habe. Ich war einkaufen. Ich stand in der Umkleide und habe mich umgezogen, als ich es gesehen wp_ss_20160907_0001habe. Cellulite. An meinen Oberschenkeln, meinem Po. Ich habe mich so geschämt, dabei habe ich doch gar keinen Grund dazu. Ich bin gut so wie ich bin. Ich bin gesund und endlich wieder mit mir selber zufrieden (die meiste Zeit des Tages zumindest). Ich hätte mich am liebsten direkt wieder angezogen und wäre aus dem Laden spaziert. Doch dann dachte ich, HALT, was machst du hier eigentlich? Du machst dich selber fertig wegen etwas, das erstens genetisch veranlagt ist und zweitens jede Frau mit zu kämpfen hat! Auf keinen Fall lässt du zu, dass diese Tatsache dir den Tag vermiest, das du dich schlecht fühlst hier in dieser Umkleide mit diesem grauenvollen Licht. Natürlich, das Licht!!  Warum muss das Licht, in jeder Umkleidekabine so grell, hell und völlig falsch eingestellt sein? Niemand sieht in diesem Licht schön aus! Jede Delle, jedes Muttermal, jeder Dehnungsstreifen steht extrem im Spotlight und natürlich springen sie einem dann noch massiver ins Gesicht. So von wegen „Attacke, hier bin ich!“. Warum kann das Licht nicht ein weiches sein, das sanft über die Haut gleitet und dann auch noch von den Seiten dich anleuchtet und nicht so völlig bescheuert von oben? Warum macht man nicht gleich die Kabinen größer, mit weichem Teppichboden, Sesseln und einfach so, dass man eine gemütliche Atmosphäre schafft, in der man sich wohl fühlt, so als würde man die Klamotten zuhause anprobieren? Ich glaube jede Frau auf diesem Planeten würde dies mit einem riesen Seufzer der Erleichterung quittieren, denn endlich wäre selbst Unterwäsche und Bikini kaufen kein Gewaltakt mehr, verbunden mit unzähligen Tränen (ich hasse es so unendlich diese beiden Dinge zu kaufen, es ist jedes Mal ein Kampf! Mit den Kleidungsstücken und meiner inneren Stimme, die unerbittlich nörgelt und mich selber schlecht macht). Auf jeden Fall, habe ich mich dann wieder angezogen, meinem Spiegelbild zugelächelt und bin mit hoch erhobenen Kopf aus der Kabine stolziert. Natürlich gibt es vieles was ich an meinem Körper nicht so mag, aber ich versuche ihn jeden Tag zu umarmen und wert zuschätzen, weil er für mich alles bedeutet. Ohne ihn wäre ich nichts und auch wenn sich das logisch anhört, aber man muss sich dessen bewusst sein. Viele nehmen alles für Selbstverständlich hin und übersehen dabei fast sich vollständig.

Was siehst du wenn du in den Spiegel siehst? Was springt dir sofort ins Auge? Wofür liebst du dich?

In diesem Sinne verabschiede ich mich von heute für euch und genieße noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages …

Quellen:

– Die Bilder habe ich von Pinterest (hier) #credittotheorginialcreator

Brigitte: Wir sehen nicht alle gleich aus – und das ist auch gut so

– Ich kann euch noch den Blog von „FitTrio“ sehr ans Herz legen – sie motivieren, unterstützen und geben einem immer wieder genug Power um weiter zu machen und wieder aufzustehen ♥

– auch den Blog von „Bodyposipanda“ (♥) kann ich euch empfehlen. Schaut einfach mal bei ihnen vorbei 🙂

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