#Filmbesprechung – Der Bauer und sein Prinz

Prinz Charles. Wer kennt ihn nicht. Den Mann mit den Segelohren, dem etwas treu-doofen Blick und bei vielen nur bekannt als der Mann, der Prinzessin Diana betrogen hat. Ich muss gestehen, ich habe ihn nie wirklich gemocht, aber als ich diese Dokumentation geschaut habe, wurde mein Bild von ihm um 180° gedreht. Ich saß mit offenem Mund vor dem Fernseher und war einfach nur begeistert.

DER BAUER UND SEIN PRINZ - KINOWELT SYLT
(Quelle)

Die Dokumentation ist eine Produktion von Bertram Verhaag aus dem Jahr 2013 und handelt über die landwirtschaftlichen Aktivitäten von Prinz Charles und David Wilson, welcher seit 1985 Manager der Duchy Home Farm, die auf dem Anwesen Highgrove House, liegt. Es werden die einzelnen ökologischen Projekte des Hofes vorgestellt. Unter anderem sind das die Erhaltung alter Nutztier-Rassen, eine artgerechte Tierhaltung sowie die Feld- und Bodenpflege.

Der Bauer und sein Prinz
Prinz Charles

Was ich so unfassbar sympathisch fand und was auch der Grund ist, warum diese Dokumentation im Vereinigten Königreich verboten wurde ist, dass Prinz Charles in verschlissener Kleidung und bei der Arbeit dargestellt wird. Ich finde, dass er dadurch einfach unfassbar authentisch rüber kommt, nicht wie ein Royal und das er so für den ökologischen Landbau brennt ist unglaublich ansteckend. Was ich auch vorher nicht gewusste habe war, das Prinz Charles schon seit mehr als 30 Jahren dem Gedanken des ökologischen Landbaus verbunden ist und natürlich in seinen Anfängen viel Kritik und Gegenwind einstecken musste. Er hat sich nie beirren lassen und stand immer hinter seiner Idee. Jetzt pilgern Bauern aus ganz Großbritannien zu seiner Farm um sich von diesem Gedanken anstecken zu lassen. Er ist ein ganz klares Vorbild – jetzt auch für mich!

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David Wilson

David Wilson kommt ebenfalls sehr authentisch rüber. Er ist charismatisch und ein Visionär. Er kommt aus der konventionellen Landwirtschaft, hat aber immer schon gemerkt, dass das was er dort tut, gegen seine innere Einstellung geht und er sich immer schlecht gefühlt hat, wenn er Gift auf seine Felder bringen musste oder er diese Arbeit, weil er sich selber nicht damit belasten wollte, an andere weiter gegeben hat. Ich fand ihn sofort sehr, sehr sympathisch und hab die ganze Zeit gedacht, diesen Mann würde ich gerne einmal kennen lernen und er wäre der beste Chef den man sich vorstellen kann. Von ihm könnte man so viel lernen, er hat so viel Wissen und Erfahrung. Diese teilt er mit dir (dem Zuschauer) ohne das es Besserwisserisch oder Überheblich wirkt.

Bertram Verhaag begleitet die beiden Visionäre mehr als fünf Jahre, durch alle Jahreszeiten hinweg und zeigt mit poetisch sowie eindringlichen Bildern, dass ökologische Landwirtschaft funktionieren kann und welche Strahl- und Heilkraft sie hat. Leben im Einklang mit der Natur, mit den Tieren, dem Boden und natürlich auch dem Menschen, das ist die Kernaussage dieser Dokumentation, sie hallt noch lange nach und vielleicht verändert sie auch etwas in der eignen Denkweise. Und sei es nur, dass jetzt der Prinz of Wales auf einmal in einem völlig neuen und ungewohnten Licht erstrahlt, das einen zwingt viele Vorurteile ihm und dem ökologischen Landbau gegenüber zu verwerfen.

Absolute Empfehlung, für jeden, ganz gleich ob Landwirt, Freizeitgärtner, Umweltaktivist oder „Mir-ist-alles-egal“-Mensch.

Quellen:

Die Kinokritiker: Der Bauer und sein Prinz

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