#Gelesen im … Oktober 2016

Auch im Oktober habe ich wieder viel weniger gelesen (insgesamt 2183 Seiten), als ich das eigentlich geplant hatte, aber vielleicht fällt dieses ganze Jahr einfach unter den Sammelbegriff „Nichts kommt so wie man es sich wünscht“ – zumindest was das lesen betrifft ^^ Auf jeden Fall, waren diesen Monat alle Bücher die ich gelesen habe schön, erheiternd (bis auf zwei, aber das liegt eher an dem Thema, das sie behandeln) und haben mich großteils mit einem guten Gefühl zurück gelassen und das ist ja wohl wichtiger als alles andere. Ich will ja auch keinen Weltrekord brechen … Zumindest nicht in diesem Jahr ^^

1) „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“ von Elisabeth Tova Bailey (176 Seiten)

Diese Buch ist wirklich ganz, ganz zauberhaft. Ich habe eine Rezension verfasst, also wer mehr wissen möchte, wie sich Schnecken beim Essen anhören der kann ja dort vorbei schauen ^^

2) „Ganze Tage im Cafe“ von Sólveig Jónsdóttir (415 Seiten)

Worum geht es? Ein Cafe im coolen Stadtteil 101 Reykjavik, Ganze Tage im Café: Roman von Sólveig Jónsdóttir - Suhrkamp Insel ...Treffpunkt für vier junge Frauen. So manches ist schiefgelaufen. Da Leben ein Drama. Die Männer eine Katastrophe. Auf den Herzschmerz aber folgt die Einsicht, dass es Wichtigeres gibt als den Traum von der großen Liebe (Klappentext)

Wie fand ich es? Ich muss sagen, ich war überrascht. Positiv. Es ist ein Roman, den man schnell lesen kann, da er ziemlich flüssig und leicht geschrieben ist. Mir haben die unterschiedlichen Frauentypen sehr gut gefallen, auch das sich ihre Wege immer wieder kreuzen ist sehr interessant. Allerdings hätte ich es irgendwie schön gefunden, wenn die Beziehungen der einzelnen Frauen zueinander vielleicht hin und wieder intensiver geworden wären, denn der Kontakt war immer sehr oberflächlich. Ich hatte mir vom Titel und dem Klappentext irgendwie eher ein Freundinnenroman vorgestellt.

3) „Honigtot“ von Hanni Münzer (480 Seiten)

Dies war der erste Roman, den ich von Hanni Münzer gelesen habe, und ich denke, ich werde ganz sicher auch den anderen Roman dieser Saga lesen („Marlene“). Meine ausführliche Rezension wird in den nächsten Tagen online kommen, weswegen ich jetzt an dieser Stelle nichts weiter dazu schreiben möchte ^^

4) „Mademoiselle Marie hat von der Liebe genug“ von Gilles Legardinier (448 Seiten)

Eine ausführliche Rezension habe ich bereits in den letzten Tagen hochgeladen und kann von euch hier gefunden werden. Nur so viel, falls ihr nicht den Umweg gehen wollt. Es ist wahnsinnig witzig und eines der wenigen Bücher, bei der ich lauthals und schallend lachen musste. Es gab Phasen die etwas übertrieben waren, wo ich nur mit dem Kopf schütteln konnte, aber am Lesegenuss hat das nichts geändert.

 5) „Hitlers Helferinnen“ von Wendy Lower (336 Seiten)

Dieses Buch habe ich mir bereits im Sommer gekauft, aber irgendwie war ich nie in der Stimmung mich mit diesem schweren Thema auseinander zu setzten. Jetzt im Herbst, wenn es schon wieder so früh dunkel wird, passt es irgendwie besser.

Worum geht es? Die amerikanische Historikerin Wendy Lower erzählt in ›Hitlers Helferinnen‹ erstmals ausführlich und schonungslos die Geschichte deutscher Frauen während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Osteuropa. Nicht nur Männer wurden während des Nationalsozialismus zu Tätern – Frauen spielten eine ebenso wichtige Rolle für die Durchführung des Holocaust. Hunderttausende von ihnen folgten der 1939 einmarschierten Wehrmacht, als Ehefrauen, Krankenschwestern oder Freiwillige des Reichsarbeitsdienstes. Sie vertrieben polnische Bauern von ihren Höfen und Juden aus ihren Wohnungen, arbeiteten als Aufseherinnen oder kamen als Siedlerinnen. Vielen von ihnen reichte es nicht aus, die Besatzer nur im Hintergrund zu unterstützen. Sie griffen selbst zu Gewalt, folterten und töteten. Wendy Lower beschreibt, wie Frauen am Holocaust und anderen Kriegsverbrechen beteiligt waren und wie in einem Klima enthemmter Gewalt alle zivilisatorischen Tabus fallen (Quelle).

Wie fand ich es? Ich muss gestehen, dass ich mich noch nie wirklich mit diesem Teil der Geschichte des 2. Weltkrieges auseinander gesetzt habe. Meistens habe ich Bücher von Überlebenden, Romane oder ganz klassisch das „Tagebuch der Anne Frank“ gelesen. Sachbücher auch, aber eben nie im Zusammenhang mit Frauen und den Verbrechen des Naziregimes. Ich muss sagen, dass ich teilweise extrem geschockt war, wie brutal selbst Frauen unter diesem Regime und in dieser Zeit gehandelt haben. Sie standen den Männern in nichts nach! Sie waren selber Mütter, hatten Kinder und haben die Kinder anderer Frauen, nur aus Rassenhass getötet und sich an diesen Morden berauscht. Es war widerwertig. Auch wenn ich finde, dass es aus sich der Nachforschung und den Recherchearbeiten kein Meisterwerk war, so bin ich doch froh, es gelesen zu haben. Denn es hat mir die Augen für einen weiteren grausamen Teil unserer Geschichte aufgezeigt und mich wieder darin bekräftigt, dass SO ETWAS nie wieder in unserer Gesellschaft geschehen darf.

6) „Auschwitz hat mich nie verlassen“ von Susanne Beyer und Martin Doerry (288 Seiten)

Worum geht es? Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Mehr als eine Million Menschen waren hier von den Nationalsozialisten ermordet worden; nur wenige Gefangene kamen mit dem Leben davon. Diejenigen, die die Lagerhaft überlebten, konnten oder wollten in den Jahren nach der Befreiung meist nicht über ihre Erlebnisse sprechen. Sie fühlten sich außer Stande, über die Exzesse der Entwürdigung, die sie in Auschwitz erfahren mussten, zu reden, oder sie fanden für ihre Erinnerungen kein Gehör. Weltweit haben SPIEGEL-Redakteure und -Mitarbeiter nun ehemalige Häftlinge des Konzentrationslagers besucht und befragt, Susanne Beyer und Martin Doerry haben diese Berichte in einem Buch zusammengestellt. Die beeindruckenden Schilderungen der letzten überlebenden Zeugen von Auschwitz werden reich bebildert mit Porträts, die die Fotografen Sara Lewkowicz und Dmitrij Leltschuk für diesen Band anfertigten (Quelle).

Ich finde es sehr schwierig dieses Buch zu beschreiben, denn der Titel spricht eigentlich schon für sich. Dieses Buch ist eines der wenigen in meinem Bücherregal, das ich, egal was ich dafür tun müsste, mitnehme würde, egal wohin es geht. Denn dieses Buch ist in meinen Augen eines der wichtigsten Zeugnisse für unsere Nachkommen, denn irgendwann gibt es diese wichtigen Zeitzeugen nicht mehr. Es ist wichtig, diese Geschichten festzuhalten, damit sie niemals in Vergessenheit geraten.

Ich liebe die Art, wie die Menschen und ihre Geschichten vorgestellt werden, wie auf eine ganz einfühlsame Weise ein Portrait gezeichnet wird, dass einem sofort nahezu jeden einzelnen sehr sympathisch macht.

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