#Gelesen im … Dezember 2016

Irgendwie war lesetechnisch dieses Jahr der Wurm drin. Ich habe mir diesen Monat viel vorgenommen, aber dann kam dieses eine Ding dazwischen, das sich Leben nennt, und aus war es mit meinem tollen Plan. Eigentlich hatte ich mir in bunten Farben ausgemalt, wie ich auf meinem Sofa liege, in weichem Kerzenlicht gebadet und mit einem gutem Buch in der Hand. Leider hat der Plätzchenduft gefehlt, was allerdings unserem Ofen zu lasten gelegt werden muss. Er ist ziemlich kompliziert (wie eine alte Diva) und ich habe es schon geschafft, Kuchen zu verbrennen, der innen aber noch roh war. Auf jeden Fall bin ich dennoch ganz stolz auf mich und lesen soll ja auch kein Leistungssport sein, wo man sich mit anderen vergleicht und sich vor ihnen beweisen muss. Ich möchte jedes Buch genießen und wenn ich mal keine Lust habe (sei es eine Woche oder sogar ein Monat) dann widme ich mich halt anderen Dingen. Für mich ist das mittlerweile völlig okay und anders möchte ich es auch nicht mehr haben. 

1. Hat mir unglaublich gut gefallen

1) „Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden: Leben nach Auschwitz“ von Jehuda Bacon und Manfred Lütz – eine ausführliche Rezension findet ihr hier.

2) „Und nebenan warten die Sterne“ von Lori Nelson Spielman

384 Seiten / 14,99 € (Taschenbuch) / FISCHER Krüger

Worum geht es? Als Annie erfährt, dass ihre Schwester Kristen bei einem Zugunglück gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Sie sollten beide in diesem Zug sein – auf dem Weg zur Uni. Annie fühlt sich schuldig am Tod ihrer Schwester. Sie sucht Trost bei ihrer Mutter Erika, doch diese flüchtet sich in ihre Arbeit. Annie begreift nicht, was mit ihrer liebevollen Mutter passiert ist, die für jedes Tief einen Rat wusste, deren Lachen so ansteckend war und deren Liebe die Familie zusammenhielt. Erika weiß nicht wohin mit ihrer Trauer um Kristen, möchte aber vor Annie keine Schwäche zeigen – bis diese plötzlich verschwindet. In ihrer Verzweiflung denkt sie immer wieder an eine Lebensweisheit ihrer Mutter „Verwechsle niemals das, was wichtig ist, mit dem, was wirklich zählt“. Erika wird klar: Sie muss Annie finden! Sonst verliert sie auch noch ihre zweite Tochter. Sonst verliert sie vielleicht alles.

In den nächsten Tagen wird es zu diesem Buch noch eine Rezension auf meinem Blog geben, diese könnt ihr dann hier finden ^^

2. Hat mich doch nicht so überzeugt

1) „Nacktbadestrand“ von Elfride Vavrik

192 Seiten / 8,95 € (Taschenbuch) / Ullstein

Worum geht es? Als die 79-jährige Elfriede wegen Schlafstörungen einen Arzt aufsucht, rät ihr dieser: »Suchen Sie sich einen Mann.« Die alte Dame ist zunächst skeptisch, tastet sich dann jedoch ins Liebesleben zurück, das bald turbulenter und intensiver wird, als es für sie je war. Nacktbadestrand ist eine überraschende, provokante und wahre Geschichte über Lust, Phantasien und Beziehungsängste im Spätherbst des Lebens.

Wie fand ich es? Ich muss gestehen, ich habe das Buch schon einmal gelesen, aber als ich jetzt über Weihnachten daheim war, hab ich mir gedacht, warum nicht und habe es noch einmal gelesen. Ich muss sagen, an sich gefällt mir die Idee und der Schreibstil sehr gut. Vor allem vor dem Hintergrund, dass hier ein Thema angesprochen wird, was eigentlich in unserer Gesellschaft einem Tabu unterliegt. Sex im Alter, ich mein um ehrlich zu sein, will man da gar nicht drüber nachdenken, auch wenn es total natürlich und normal ist. Was ich schade fand ist, dass der Roman teilweise extrem pornografisch rüber kommt. Vor allem die Texte, in denen sie ihre Phantasien nieder schreibt sind manchmal bis zur Schmerzgrenze. Der Roman an sich kommt dann wieder mit ganz leichten und sanften Tönen aus. Ich hab mir das Buch damals in der „50 Shades of Grey“ Phase gekauft und irgendwie im Rückblick passt das auch wirklich gut dahinein. Ich habe auch nie das zweite Werk der Autorin gelesen und werde das vielleicht auch nicht mehr nachholen, denn wirklich vom Hocker gerissen hat es mich auch nach dem zweiten Mal lesen nicht.

2) „Wer war Alice“ von T.R. Richmond

448 Seiten / 14,99 € (Taschenbuch) / GOLDMANN Verlag

Worum geht es? Alice Salmon war erst 25 Jahre alt, als sie eines Morgens leblos im Fluss gefunden wurde. Eigentlich wollte sie am Abend zuvor nur Freunde treffen, stattdessen durchlebte sie die letzten Stunden ihres Lebens. Aber was ist passiert? Ist sie wirklich gestürzt, weil sie zu viel getrunken hat, wie die Polizei vermutet? War es ein tragischer Unfall? Die Nachricht ihres Todes verbreitet sich wie ein Lauffeuer, auch über Facebook und Twitter. Gleich werden Vermutungen angestellt, über sie, ihr Leben und ihren Tod. Auch ihr ehemaliger Professor Jeremy Cooke ist erschüttert. Er macht sich daran, herauszufinden, was in der Nacht tatsächlich geschah, und sammelt alles über Alice. Er schreibt sogar ein Buch über den Fall. Nur warum ist er so engagiert? Was hat er zu verbergen? Was haben ihr Exfreund Luke und ihr Freund Ben mit der Sache zu tun? Und wer war Alice?

Wie fand ich es? Ich bin schon einige Zeit um dieses Buch herum geschlichen, obwohl ich eigentlich überhaupt kein Leser von Krimis oder Thrillers bin. Aber weil ich es einfach nicht aus meinem Kopf bekommen konnte, habe ich es mir einfach zu Weihnachten gewünscht. Am ersten Weihnachtstag habe ich angefangen zu lesen und ich konnte gar nicht mehr aufhören. Ich war erst etwas skeptisch, weil ich vorher natürlich einige Rezensionen gelesen hatte und dort einige Leser bemängelt hatten, dass der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig wäre. Ich kann nur sagen, das mir gerade das so gut gefallen hat. Vielleicht war es auch genau richtig so, denn ich kann es eigentlich überhaupt nicht gut haben, wenn Geschehnisse so brutal dargestellt werden. Da kriege ich das Grausen, denn ich habe eine ziemlich blühende Phantasie. Irgendwie ist das aber auch paradox, da ich ja leidenschaftlich gerne Mittelalterromane lese, in denen es auch um Mord und Totschlag geht, aber da ekelt es mich nicht so an, wie in manch einem Krimi, denn ich dann aus lauter Neugierde doch mal angefangen hatte zu lesen.

Was aber in meinen Augen ein ziemlicher Kritikpunkt ist, ist das mir die Figuren überhaupt nicht gefallen haben. Dieser Professor, der so lüstern ist und man schon am Anfang denkt, da steckt mehr dahinter. Der hat sich sicherlich an Alice vergriffen und dann diese Fixierung auf sie und auch ihre Mutter. Das war schon ultra verrückt. Aber auch Alice Mutter, ihre ständig heulende Freundin und ihr Exfreund waren alle sehr oberflächlich, was vielleicht auch der Wahl des Schreibstils zu schulden war.  Mir hat die Tiefe gefehlt, damit es für einen selber die Möglichkeit gibt, die Charaktere sympathisch zu finden oder ihre Verhaltensweisen nachvollziehen zu können. Selbst zu Alice viel es mir schwer eine Verbindung aufzubauen, obwohl ich ihre Probleme und Gefühle durchaus verstehen konnte. Um ehrlich zu sein, hatte ich mir auch vom Ende irgendetwas anderes erwartet, aber ich möchte hier nicht spoilern. Nur so viel, man hätte irgendwie einen plausibleren Grund bzw. das Offensichtliche wählen können. Würde ich das Buch empfehlen? Ja aber nur eingeschränkt und auch nur an so Krimi-und-Thriller-Verweigerer wie mich, die vorher noch nicht viel in diesem Genre gelesen haben. Für alle anderen ist diese Geschichte wohl einfach viel zu fade.

 

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