Momente die mich 2016 verändert und glücklich gemacht haben …

Ich glaube das wirklich jeder und jede, egal ob er/sie es heimlich oder im öffentlichen macht, für sich eine Jahresbilanz zieht und neue Vorsätze für das neue Jahr aufstellt. Ich habe noch nie etwas von Vorsätzen gehalten, weil ich weiß, dass spätestens im Februar nicht mehr viel davon übrig bleibt und warum soll ich warten, bis ein neues Jahr anbricht, wenn ich entscheidende Veränderungen jeden Tag im Jahr anfangen kann?

Ich habe mich früher immer sehr verantwortlich gefühlt solche Vorsätze aufzustellen und um jeden Preis einzuhalten. Das setzt einen natürlich extrem unter Druck. Ich bin eine extrem pflichtbewusste und selbstkritische Person. Wenn ich etwas anfange, dann muss ich um jeden Preis das auch zuende führen. Das Problem ist, wenn man das zu lange treibt, dann macht man sich selber kaputt. Man brennt aus und kommt irgendwann an einen Punkt, an dem es nicht mehr weiter geht. 2015 war für mich ein ganz schreckliches Jahr in dieser Hinsicht. Ich habe gegen meine Essstörung gekämpft, habe mich niemanden bis zu meinem Geburtstag anvertraut und bin so selbstzerstörerisch mit meinem Körper umgegangen. An Silvester 2016 hatte ich einen Moment, in dem ich ganz plötzlich ganz klar war. Ich habe mich so frei gefühlt und wusste plötzlich, dass das nächste Jahr nur besser werden kann. Und wie recht ich hatte.

Im Februar 2016 habe ich den Menschen kennen gelernt, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich ihn jemals in meinem Leben treffen würde. Es ist verrückt so etwas in meinem Alter zu schreiben, aber ich hatte dieses Gefühl. Niemand den ich vorher kennen gelernt habe, hat diese Wirkung auf mich wie er. Er schenkt mir Ruhe und absolute Sicherheit. Er macht mich glücklich und lässt mich ankommen. Ich bin froh, dass er in mein Leben getreten ist und ich werde ihn nie wieder loslassen.

Im März war ich mit meinen Eltern und meinem Bruder seit langer Zeit mal wieder zusammen im Urlaub. Wir sind nach 11 Jahren mal wieder nach Mallorca geflogen und hatten eine unfassbar wunderschöne Zeit. Meine Familie bedeutet mir alles. Wir telefonieren fast jeden Tag. Es tut gut, sie zu hören, denn sie einfach mal in den Arm zu nehmen das geht ja leider nicht. Aber ich darf nicht jammern, denn ich habe mich ja selber dazu entschieden 1000 km weg, nach Wien zu ziehen.

Im Mai bin ich dann beim Wiener Frauenlauf mit gelaufen und habe für mein Verhältnis eine wunderbare Zeit geschafft. Ich hatte erst im Februar angefangen zu trainieren und bin direkt 5 km in 35 Minuten gelaufen. Ich war so unfassbar stolz auf mich. Laufen hat mir geholfen, meine Ängste hinter mir zu lassen. Ich habe gemerkt, dass ich etwas schaffen kann, wenn ich es wirklich möchte und das ich unglaubliche Power in mir habe. Laufen hat mich glücklich gemacht und auch, wenn es am Anfang hart war und ich schon nach 2 km geschnauft habe wie ein altes Walross, habe ich nicht aufgegeben und weiter gekämpft. Zum Schluss bin ich sogar locker fast 10 km gerannt. Zu dieser Leistung möchte ich 2017 unbedingt zurück kommen!

Der Sommer war für mich eine teils komplizierte aber auch wunderschöne Zeit. Ich war fast zwei Monate daheim, was mir persönlich vor allem psychisch extrem geholfen hat. Wien ist wie jede Metropole eine sehr fordernde. Sie ist ständig wach, ständig ist etwas los. Sie saugt einem die Energie aus und manchmal braucht man einfach eine gewisse Zeit, wo man sich wieder erneuern muss. Allerdings habe ich in der Zeit meinen Freund nicht gesehen, was mich teilweise ziemlich runter gezogen hat. Ich wollte bei ihm sein doch das ging nicht. Aber er hat mich besucht. Er hat meine Eltern näher kennen gelernt, meinen Bruder und einen Teil meiner Verwandtschaft. Ich habe ihn durch meine Heimatstadt geführt und ihm alles gezeigt, was mir wichtig ist. Ich wollte, dass er sieht, wie und wo ich aufgewachsen bin.

Ich habe in der Zeit auch angefangen meinen Blog öffentlich zu schalten und endlich über meine Liebe zu den Büchern mit anderen zu teilen. Aber nicht nur über Bücher wollte ich schreiben sondern auch über das, was mich bewegt und was mich in meiner Vergangenheit geprägt hat. Vor allem über die Zeit in meiner Essstörung und wie ich jetzt versuche endlich ein gesundes Verhältnis zu meinem Körper auf zu bauen wollte ich schreiben. In der Zeit habe ich auch meinen Instagramaccount aufgemacht und habe dabei unglaublich liebenswürdige und wunderbare Menschen kennengelernt. Nicht nur so Buchverrückte wie mich sondern auch Menschen, die genau wissen wie es mir geht und was ich fühle und denke. Es tut gut, sich mit Menschen auszutauschen, die vielleicht mal selber in der Situation waren wie ich selbst.

Als ich dann wieder in Wien war, ging es mir wirklich richtig gut. Ich habe angefangen mich immer stärker mit der Bodypositivitätsbewegung auseinander gesetzt und anzufangen, zu lernen meinen Körper zu lieben. Das war teilweise schwer, manchmal aber auch sehr leicht. Manche Tage sind wie flüssiges Sonnenlicht, du wachst auf und fühlst dich unglaublich gut in deiner Haut. Du fühlst dich sexy, unglaublich fantastisch und einfach unschlagbar. Das hat nichts mit Überheblichkeit oder Arroganz zu tun. Das dachte ich auch lange, aber dem ist wirklich nicht so. Warum soll ich mich nicht selber liebe? Mein Körper ist der einzige, den ich je haben werde. Er geleitet mich durch mein ganzes Leben und schützt mich. Ich habe ihn zwei Jahre lang nicht beachtet. Habe ihn schlecht be- und misshandelt. 2016 habe ich mich auf den Weg gemacht all diesen negativen Gedanken entgegen zu wirken. Mich wieder wohl in meiner Haut zu fühlen, mich so zu akzeptieren wie ich bin. Das ist nicht leicht und auch 2017 werde ich mich auf diesem Weg weiter bewegen.

Im November hatte ich eine kleine Depri-Phase, in der ich wieder in ein Loch gefallen bin, aus dem ich mich aber befreien konnte. Das habe ich nicht ganz alleine geschafft sondern mit der Unterstützung meiner Mama und meines Freundes. Es war wirklich schwer, mich ihm anzuvertrauen, ich weiß nicht warum, aber ich dachte, das es sein könnte, das er schlecht von mir denkt, wenn er weiß, das ich eine Essstörung hatte und noch immer in Phasen dagegen ankämpfe. Er hat wundervoll reagiert und mir so viel Stärke gegeben. Auch Freundinnen von mir habe ich mich anvertraut und auch das hat mir einen weiteren Push gegeben.

Dann war ja auch schon Weihnachten und ich war seit drei langen Monaten endlich wieder daheim. Es war wunder-, wundervoll. Seit September hat mein Freund etwas für Silvester geplant und an Weihnachten wurde es endlich gelöst. Wir sind in die Therme in Baden gefahren und es war toll. Wir waren zwar die jüngsten dort (wir haben wirklich den Altersdurchschnitt wahnsinnig nach unten gezogen) aber das war völlig egal. Wir haben uns beide entspannt und die Zeit zu zweit genossen. Ich hätte nicht besser in das neue Jahr starten können und ich weiß, dass 2017 zwar anstrengend wird, aber auch so viel schönes für mich und die Menschen in meinem Leben bereit hält. Ich spüre das ♥

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