#Rezensionen – Glückliche Menschen küssen auch im Regen

Glückliche Menschen küssen auch im Regen

Autorin: Agnés Martin-Lugand

Preis: 14,99 € (Taschenbuch) / 15,50 € (Taschenbuch) – Österreich

Seitenanzahl: 208

Verlag: Blanvalet

Leseprobe: Glückliche Menschen küssen auch im Regen

Worum geht es? Seitdem ihr Mann Colin und ihre Tochter Clara bei einem Unfall starben, lebt Diane zurückgezogen. Der Einzige, den sie in ihre Wohnung lässt, ist ihr Freund Félix, mit dem sie bis vor einem Jahr ein Literaturcafé betrieben hat. Eines Tages jedoch beschließt sie Hals über Kopf, Paris zu verlassen und nach Irland zu ziehen, was ursprünglich einmal Colins Traum war. Ihr Ziel heißt: Mulranny. In dem kleinen Dorf am Meer hofft sie ein neues Leben aufbauen zu können – an einem Ort, an dem Claras Lachen nie erklang. Sie hätte aber nie erwartet, dass es ausgerechnet im regnerischsten Kaff der Welt jemanden gibt, der wieder Licht in ihr Leben bringt …

Wie fand ich es? Der Cover, mit dem küssenden Paar, dem Regenschirm und auch den großen Regentropfen ist in meinen Augen wirklich wunderschön gestaltet. Da ich auch so ein haptischer Mensch bin, finde ich das Buch auch in der Hinsicht toll.

Vom Klappentext her, ist es eines der Bücher, bei denen man direkt am Anfang in einen Strudel aus dunklen Gedanken gezogen wird. Man spürt die Trauer, die Wut und Hilflosigkeit ganz deutlich. Aber man ist nicht direkt in diesem Gefühlsstrudel sondern schaut von oben sozusagen auf das Geschehen herab. Damit hat man eine bessere Übersicht und würde Diane am liebsten zurufen „Lass den Kopf nicht hängen, du bist so eine starke Frau!“.  Ich habe mir am Anfang die ganze Zeit gewünscht, sie hätte einen besseren Freund an ihrer Seite als Felix. Jemanden, der sie aus ihrer Comfort-Zone heraus drückt, sie soweit pushed, dass es für sie kein zurück mehr geht, damit sie sich endlich anderen Menschen anvertraut. Jemanden wie Judith, die sie aber erst in Irland trifft. Edward könnte aber auch diese Person sein, denn durch sein grauenvolles, unsoziales Verhalten weckt er Gefühle in ihr, die sie so lange unterdrückt hat. Und es ist egal, ob diese Gefühle negativ sind. Es sind Gefühle und das ist entscheidend!

Der Stil des Buches ist relativ einfach, was ich teilweise etwas anstrengend fand, vor allem auch, weil sich zwischendurch ein paar Schnitzer eingeschlichen hatten. Was ich persönlich auch nicht so gelungen fand, war, wie schnell Edward auf einmal seine Meinung geändert hat. Als er von Diane´s schweren Verlust erfahren hat, war er wie ausgewechselt, eine andere Person. Als dann Megan auf den Plan getreten ist, war er auf einmal wieder dieser arrogante und kalte Typ. Das habe ich nicht verstanden. Irgendwie hat er mir als Charakter überhaupt nicht zugesagt. Und ein unglaublich großes Manko noch zum Schluss, in diesem Buch wird mehr geraucht als geküsst! Ich hätte eine Strichliste erstellen sollen, jedes Mal, wenn sich einer eine Zigarette angezündet hat. Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass die Autorin Französin ist? Ohne jetzt ein Klischee erfüllen zu wollen, aber es ist doch ein klassisches Bild, das man hat: Paris, kleine Cafes, Damen und Herren sitzen mit einem Kaffee draußen, auf kleinen Metallstühlen und ziehen genüsslich an einer Zigarette. Vielleicht sind wir es einfach nur nicht mehr gewöhnt bei uns, auf rauchende Menschen in Bars und Restaurants zu treffen, weil das rauchen in diesen öffentlichen Gebäuden verboten ist. Wobei das in Frankreich seit 2008 gesetzlich auch untersagt ist. Also warum spielt das Rauchen in diesem Roman eine so tragende Rolle? Ich muss ehrlich gestehen, dass es dem ganzen einen faden, nach kaltem Rauch schmeckenden Nachgeschmack beschert hat.

Und ganz ehrlich, an die ganzen hochlobenden Resonanzen kann ich mich nicht wirklich anschließen. Ja die Story ist schön, das Setting auch (Paris und Irland sowieso – die Autorin hat auch ein gutes Gefühl dafür, Landschaft zu beschreiben), aber die Charaktere sind dann doch etwas flach. Man hätte viel mehr aus dem ganzen herausholen können! Also was bleibt zum Schluss? Wer etwas „Leichtes“ (Tod und die Verarbeitung davon ist ja nie leicht, aber das bezieht sich auf den Schreibstil) sucht, ist hier richtig. Allerdings gibt es für die unter euch, die sich mit diesem Thema näher befassen wollen weit bessere Bücher,  wie z.B. Über uns der Himmel“  von Kristin Harmel!

 

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