#Rezension – Die fremde Königin

Die fremde Königin

Als ich gesehen hatte, dass die Lesejury eine Leserunde für dieses Buch plant, habe ich mich sofort an die Tasten gesetzt und mich beworben. Mir war klar, dass es schwer werden würde, denn über 100 andere hatten die selbe Idee. Aber, was soll ich sagen, ein paar Wochen später hieß es plötzlich in meinem E-mail Postfach „DU bist dabei!“. Ihr könnte euch vorstellen, wie ich im Raum herum gesprungen bin. Spätestens nach meinem Bücherregalbeitrag zu Rebecca Gablé dürfte klar sein, wie sehr ich diese Frau bewundere und wertschätze!

Autorin: Rebecca Gablé

Seitenanzahl: 768

Preis: 26 € (gebundene Ausgabe)

Verlag: Bastei Lübbe

Worum geht es? Anno Domini 951: Der junge Gaidemar, ein Bastard vornehmer, aber unbekannter Herkunft und Panzerreiter in König Ottos Reiterlegion, erhält einen gefährlichen Auftrag: Er soll die italienische Königin Adelheid aus der Gefangenschaft in Garda befreien. Auf ihrer Flucht verliebt er sich in Adelheid, aber sie heiratet König Otto. Dennoch steigt Gaidemar zum Vertrauten der Königin auf und erringt mit Otto auf dem Lechfeld den Sieg über die Ungarn. Schließlich verlobt er sich mit der Tochter eines mächtigen Slawenfürsten, und der Makel seiner Geburt scheint endgültig getilgt. Doch Adelheid und Gaidemar ahnen nicht, dass ihr gefährlichster Feind noch lange nicht besiegt ist, und als sie mit Otto zur Kaiserkrönung nach Rom aufbrechen, droht ihnen dies zum Verhängnis zu werden …

Wie fand ich es? Tja, wie soll man anfangen, wenn man endlich das Buch in den Händen hält, auf das man schon so lange gewartet hat? Natürlich fängt man an zu lesen und was fällt einem dabei auf? Genau, man kann, wie das bei Rebecca Gablé so typisch ist, einfach nicht mehr aufhören. Vorweg: Es ist ein absoluter Lesegenuss! Es ist unglaublich gut recherchiert (so wie immer!) und die Charaktere sind wieder wunderbar ausgearbeitet. Auch wenn man den Vorgänger („Das Haupt der Welt“) nicht gelesen hat, stellt das kein Hindernis dar. Es ist zwar so leichter die einzelnen Charaktere zuzuordnen, aber wenn ich dieses Vorwissen nicht gehabt hätte, wäre das nicht schlimm gewesen.

Im Roman verschmelzen die Geschichten von fiktive und historische Persönlichkeiten, sie sind miteinander verwoben. Wirft man einen Blick in das vorangestellte Personenverzeichnis, sieht man aber, dass die Anzahl der historischen Personen deutlich überwiegt. Die meisten, wie zum Beispiel Otto I., seine Brüder Brun und Henning, kennt man schon aus dem Vorgängerband.  Auch seine Söhne Luidolf und Wilhelm waren wieder dabei. Vor allem über Wilhelm habe ich mich sehr gefreut, denn seine Mutter, die Schwester von Tugumir (dem König der Heveller), ist mir in „Das Haupt der Welt“ sehr ans Herz gewachsen. Von Anfang an war ich gefangen in einem Kopfkino und habe nicht gemerkt, wie die Seiten an mir vorbei geflogen sind. Ich musste mich mehr als einmal zwingen das Buch aus der Hand zu legen. Schon in „Das Haupt der Welt“ hat mich das Leben von Otto des Großen fasziniert. Das hätte ich nie für möglich gehalten, denn dieser Teil der deutschen Geschichte hat mich irgendwie nie so wirklich fasziniert. Aber das ist eine weitere Fähigkeit von Rebecca Gablé, dir etwas beizubringen von dem du dachtest, du würdest dich nie dafür interessieren.

Die Geschichte spannt sich über 11 Jahre und erzählt vor allem die Geschichte und Erlebnisse von Gaidemar. Er ist ein Bastard, ohne einen Namen, ohne Titel und die Frau die er liebt, ist für ihn unerreichbar. Er wird von vielen mit Argwohn bedacht, hat es nicht leicht und muss härter für Anerkennung kämpfen als alle anderen. Des Weiteren ist die politische Situation zur damaligen Zeit sehr unsicher. Das führt dazu, dass er mehr als ein mal sich um Leib und Leben sorgen muss und zwar nicht nur auf dem Schlachtfeld. Zum Ende löst sich das Geheimnis seiner Mutter auf und sein Leben erhält eine sehr positive und schöne Wendung. Auch findet er die Liebe seines Lebens, auch wenn diese zu Beginn wirklich unter keinem guten Stern gestanden ist. Gaidemar ist ein typischer Held in Rebecca Gables Romanen. Ich muss ja gestehen, dass mir diese Helden immer sehr gefallen, auch wenn ihre Geschichten oft vorhersehbar sind und man weiß, dass es am Ende immer gut ausgehen wird. Aber dieses Wissen schmälert nie das Lesevergnügen, dass wie immer fantastisch war. Zu guter letzt noch eine Sache. Ich hatte schon lange den Wunsch, dass einmal eine Frau den Mittelpunkt einer Ihrer Geschichten spielen würde. Jetzt ist wenigstens Adelheid von Burgund ein sehr starker Gegenpol zu der eigentlichen Hauptperson. Sie ist für die damalige Zeit eine extrem taffe und mutige Frau. Sie weiß was sie will, sie weiß wie sie das erreicht und sie ist in vielem sehr modern. Manchmal habe ich ihr Verhalten nicht verstanden aber einfach, weil ich anders reagiert hätte. Ihre Geschichte ist sehr bewegt, geprägt von Kriegen, Verlusten (Der Tod ihres Sohnes Bruno hat mich so mitgenommen. Das war schrecklich!) und tiefer Liebe.

Mein Fazit: Vielleicht kann ich kein objektives Fazit liefern, denn ich liebe Rebecca Gablé. In meinen Augen ist sie eine Meistern der historischen Romane und ich hoffe, noch viel, sehr viel von ihr lesen zu können. Jeder der an Geschichte interessiert ist, der gut recherchierte Romane, Liebesgeschichten gepaart mit Verlust, Krieg und Intrigen liebt, der ist hier genauso richtig wie bei all ihren anderen Romanen ♥

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