#Rezension – Blackout

Blackout – Morgen ist es zu spät

Autor: Marc Elsberg

Seitenanzahl: 800

Preis: 10,99 €

Verlag: Blanvalet

Leseprobe: „Blackout – Morgen ist es zu spät“ – Leseprobe

BLACKOUT - Morgen ist es zu spät

Worum geht es? An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, zu den Behörden durchzudringen – erfolglos. Als Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, werden dubiose E-Mails auf seinem Computer gefunden. Selbst unter Verdacht wird Manzano eins klar: Ihr Gegner ist ebenso raffiniert wie gnadenlos. Unterdessen liegt Europa im Dunkeln, und die Menschen stehen vor ihrer größten Herausforderung: Überleben.

Wie fand ich es? In meinem Leben habe ich schon ein paar Stromausfälle miterlebt. Viele waren nur für ein paar Stunden, einer bleibt mir aber wohl für immer im Gedächtnis. Dieser war der größte und längste Stromausfall meines Lebens. Um genauer zu sein, ging dieser Stromausfall mit dem Titel „Münsterländer Stromchaos“ in die Bücher ein. Drei Tage hatten wir damals keinen Strom, manche Gemeinden waren sogar eine Woche vom Stromnetz abgeschottet. Zwischendurch hatten wir für ein paar Stunden Strom, aber den großen Teil war es dunkel und wurde immer kälter. Ich kann mich erinnern, dass wir in meinem Zimmer zum Schluss 9 °Grad gemessen haben und wir nur die Küche mit Kerzen heizen konnten. Wir sind mit Mänteln, dicken Pullovern, und dicken Socken im Haus herum gelaufen. Unsere Toilettenspülung ging nicht und Wasser kam auch keines aus dem Hahn. Wir haben um den Käfig unseres damaligen Kanarienvogels Decken gewickelt und ihn immer zwischen uns gestellt. Abends konnten wir durch unsere Veluxfenster einen hellen Schein aus dem Nachbarort wahrnehmen. Dort gab es Licht, dort war Wärme. In diesen drei Tagen habe ich sehr viel von der Wärme in den Menschen kennen gelernt. Es wurde geschaut wie es den Alten und Schwachen geht, auf der Straße hat man sich mit wildfremden Menschen unterhalten und Einkaufen konnte man nur in Begleitung eines Angestellten, mit Taschenlampe und Notizzettel. Wer weiß, wie sich dieses „Kümmern“ und „Miteinander“ verändert hätte, wenn der Stromausfall länger gedauert hätte. Wenn selbst in den Supermärkten keine Lebensmittel mehr gewesen wären. Wenn ich mich an die Zeit erinnere, dann irgendwie verklärt romantisch. Das ist ganz komisch, denn eigentlich war es schrecklich und es hätte jeden Moment sich verschlechtern können. Polizei fuhr durch unseren Ort (um Plünderungen vorzubeugen) und vielen Bauern sind ihre Tiere verendet, was den finanziellen Ruin bedeutete.

Was aber diese drei Tage und in vielen Teilen ja auch länger, gezeigt haben ist, dass wir niemals davor gefreit sind, dass so etwas noch einmal passiert. Und wer weiß, ob es dann nicht sogar in solch großem und verheerenden Ausmaß wie in „Blackout“ passieren könnte. Wer gibt uns die Gewissheit, dass so etwas niemals passieren könnte? Niemand. Kein Regierungsmitglied, kein Staatsoberhaupt, kein Kernkraftbetreiber kann mit absoluter Gewissheit sagen, dass es so zu einer Katastrophe, so einem Angriff niemals kommen wird.

Gerade dieser Umstand, dass alles in diesem Buch Möglich erscheint, hat mich so fasziniert, aber auch geschockt. Man wird mit Dingen konfrontiert, an die man im ersten Moment niemals gedacht hätte, aber die natürlich auch alle mit einem landes-, ja sogar europaweiten, Stromausfall zusammenhängen. Während ich das Buch gelesen habe, habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, wie würde ich jetzt reagieren? Jetzt bin ich für mich selber verantwortlich. Es wäre nicht mehr nur einfach ein Ereignis, weswegen ich Glück hätte, nicht in die Schule zu müssen. Es wäre der totale Ernst. Es würde um das nackte Überleben gehen. Das es Menschen geben wird, die damit besser auskommen und andere nicht, ist klar. Wenn ich mir die Menschen um mich herum anschaue, dann glaube ich, dass, so grausam wie das klingt, aber niemand von denen in der Lage wäre, sich selber zu helfen. Wir sind alle viel zu abhängig von der virtuellen Welt, die uns ständig umgibt. Wenn wir den Luxus eines warmen Hauses, den so selbstverständlichen Strom aus der Dose, alle Lebensmittel perfekt verpackt und auf höchstem Qualitätsniveau nicht zur Verfügung haben, wissen wir nicht, was wir mit uns anfangen sollen. Wir würden in Panik geraten, wir würden plündern und morden und die damals hochgelobte Nachbarschaftshilfe und Courage wäre in den Wind geschrieben. Menschen sind leider viel zu egoistisch. Viel zu fokussiert auf sich selber. Ich glaube, wir würden nicht einmal eine Woche gebrauchen und es würde wie in „Blackout“ die pure Anarchie herrschen. Wir sind Sklaven unseres eigenen Fortschritts und das macht mich traurig.

Mein Fazit: Marc Elsberg ist es gelungen anschaulich, mit Feingefühl und auch absoluter brutaler Realität etwas aufs Papier zu bringen, dass so wirklich passieren könnte. Wir sollten darauf Vorbereitet sein und auch wenn wir das sind, die Realität wird vielleicht noch viel, viel schlimmer. Mir hat dieser Roman wirklich ausgesprochen gut gefallen und ich werde von ihm sicherlich noch das ein oder andere Buch lesen.

Wer sich ein bisschen vorbereiten möchte bzw. etwas über das preppen an sich lernen möchtet, könnt ihr zum Beispiel auf der Seite vom „City Prepper “ nachlesen oder hier.

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