#Rezension – Um Leben und Tod

Um Leben und Tod

Dieses Buch habe ich freundlicher Weise vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen.

Autor: Henry Marsh

Seitenanzahl: 368

Preis: 10 € (Taschenbuch)

Verlag: Penguin Verlag

Leseprobe: „Um Leben und Tod – Leseprobe


Worum geht es? Wie arbeitet ein Hirnchirurg? Wie fühlt es sich an, in das Organ zu schneiden, mit dem Menschen denken und träumen? Wie geht man damit um, wenn das Leben eines Patienten von der eigenen Heilkunst abhängt? Und wie, wenn man scheitert? Mehr noch als in anderen Bereichen der Medizin ist es in der Hirnchirurgie so gut wie unmöglich, nie einem Patienten zu schaden, denn Operationen am Innersten des Menschen sind immer mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Henry Marsh, einer der besten Neurochirurgen Großbritanniens, erzählt beeindruckend offen, selbstkritisch und humorvoll von den Ausnahmesituationen, die seinen Arbeitsalltag ausmachen. Seine Geschichten handeln vom Heilen und Helfen, vom Hoffen und Scheitern, von fatalen Fehlern und von der Schwierigkeit, die richtige Entscheidung zu treffen.

Wie fand ich es? Als ich dieses Buch gesehen habe, hatte ich sofort den Wunsch es zu lesen. Ich weiß gar nicht genau warum. Ich bin ja offensichtlich keine Medizinerin, ich habe niemanden in meiner Familie der schwere neurale Störungen oder einen Gehirntumor hat bzw. hatte (zum Glück!). Ich bin auch jemand der nur sehr schlecht Blut von anderen Menschen sehen kann, selbst in Filmen oder Serien ist es manchmal schwer. Aber irgendwas an dem Buch hat mich fasziniert. Also lange Rede kurzer Sinn, ich wurde nicht enttäuscht. Am Anfang hatte ich beim lesen hin und wieder einen kurzen Moment wo ich mich schütteln musste, aber aufhören zu lesen konnte ich einfach nicht.

Das Buch ist in 25 Kapitel gegliedert, in welchen Henry Marsh, der bekannteste Neurochirurge Großbritanniens, je eine Art der Gehirnerkrankung beschreibt. Von manchen dieser Krankheiten hatte ich schon gehört, andere waren mir total fremd. Das die Kapitel nicht auf einander aufbauen bedeutet auch, dass man das Buch nicht zwingend in der vorgegebenen Reihenfolge lesen muss, allerdings gibt es ein paar Geschichten, die Bezug auf einen anderen Patienten nehmen, der in einem Kapitel davor abgehandelt wurde. Mit einer unglaublichen Ehrlichkeit beschreibt er wie es ist, wenn man einen Patienten operiert, wenn man den Druck der Angehörigen spürt, die sich wünschen, dass alles glatt läuft und die tiefe Traurigkeit, wenn es doch zu Komplikationen kommt. Wir sind Krankenhäuser immer suspekt, ich habe hohe Achtung vor den Menschen die dort arbeiten. Die täglich Höchstleistungen bringen müssen und die manchmal doch an ihre Grenzen stoßen. Dann wenn der Tumor inoperabel ist oder wenn es wären der OP zu einem folgenschweren Fehler kommt und der Patient für immer beeinträchtigt ist. Ich könnte diesen Job nicht machen. Ich würde ihn wohl noch nicht einmal einen Tag aushalten.

Marsh nimmt uns mit in das innere unseres Kopfes, zu dem wohl erstaunlichsten Organ unseres Körpers. Mit einer riesigen Vergrößerung des OP-Mikroskops können wir das Blut hinter ultra dünnen Gefäßwänden pulsieren sehen. Ein einziger falscher Schnitt und alles stürzt in ein rotes Chaos. Mash hat es in einem Kapitel einmal ganz wunderbar erklärt. Er fühlt sich wie ein Sprengmeister beim Entschärfen einer Bombe, nur dass nicht er in Gefahr ist, sondern der Mensch in dessen Kopf er sich befindet.

Fazit: Der Schreibstil ist relativ schlicht, leicht und teilweise auch sehr nüchtern gehalten. Das führt aber auf keine Fall dazu, dass man die Schicksale der Menschen, die sich in Mash´s Hände begeben haben aus der Distanz betrachtet. Wenn es angebracht ist, lässt er den Leser an seinen Gefühlen teil haben und baut so Distanzen ab. Wenn man wie ich eine große Abneigung gegenüber Krankenhäusern hat, hilft gerade diese Mischung, die Menschen die dort arbeiten und das was sie leisten besser zu verstehen. Ein wirklich, wirklich gutes Buch, dass ich gerne weiterempfehlen kann!

Nicht um sonst habe ich es innerhalb von einem Tag durchgelesen!

 

 

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