#Gelesen im … Januar 2018

Auch oder gerade weil ich so viel noch um die Ohren habe bezüglich meiner Masterarbeit (ja, der eine oder andere wird den Kopf schütteln weil ich immer noch daran sitze) habe ich mir hin  und wieder Auszeiten genommen. In denen habe ich mehr oder weniger viel gelesen und ich bin wirklich stolz auf mich, denn in den Monaten davor habe ich mein liebstes Hobby wirklich verschmäht. Diesen Monat habe ich 3 Bücher und 1452 Seiten geschafft.

  1. „Die Zwillinge“ von Tessa de Loo

528 Seiten / Diana Verlag / 10,99 € / Leseprobe

Schon seit Ewigkeiten wartet dieses Buch darauf von mir gelesen zu werden. Ich hatte es im letzten Jahr beim Bloggerportal zugeschickt bekommen, es angefangen und dann wieder weggelegt. Jetzt habe ich es mal wieder aus meinem SUB ausgegraben, abgestaubt und es endlich durchgelesen. Aber, es war ein Kampf. Es hat mich einfach nicht gepackt obwohl der Klappentext in meinen Augen sehr viel versprochen hat.

Worum geht es? Die Zwillingsschwestern Anna und Lotte haben sich fast ein ganzes Leben nicht gesehen, als sie sich mit 74 Jahren zufällig begegnen. Nach dem frühen Tod der Eltern wurden sie kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auseinandergerissen. Während Anna beim Großvater in Deutschland blieb, wuchs Lotte bei niederländischen Verwandten auf. Ihre Begegnung führt sie zurück in die dunkelste Zeit des 20. Jahrhunderts, zu einer dramatischen Geschichte von Liebe, Schuld und Vergebung – und endlich wieder zueinander.

Ich möchte gar nicht viele Worte verlieren, aber um in dieses Buch und die Geschichte zu finden, braucht es ein bisschen. Ganz allmählich und stockend wird Spannung aufgebaut. Eigentlich mag ich Bücher, die mit der Zeit spielen, die zwischen diesen Welten und Sichtweisen hin und her springen aber hier war es irgendwie nicht so flüssig. Vielleicht bin ich aber auch einfach mit einer negativen Grundeinstellung an das ganze herangegangen weil es mir beim ersten lesen schon nicht so gut gefallen hatte. Wer meinen Blog schon länger folgt weiß, dass ich Literatur rund um den zweiten Weltkrieg sehr gerne lese, aber hier hat man das Gefühl bekommen, als ob die damalige Zeit mit allem ihrem Schrecken doch nicht so grausam und dunkel war. Das hat mir wirklich nicht gefallen. Was mir allerdings zugesagt hat, war der Umstand, dass Anna Lotte nicht aufgegeben hat und immer weiter um sie gekämpft hat, was sie mir auch sympatischer gemacht hat.

Mein Fazit: Nicht mein Fall und es zählt definitiv nicht zu den Bücher, die ich noch einmal wieder lesen würde.

2. „Das Gold des Meeres“ von Daniel Wolf

Bei diesem Buch handelt es sich um die Fortsetzung der großen Spiegel-Bestseller „Das Salz der Erde“ und „Das Licht der Welt“.

672 Seiten / Goldmann  Verlag / 9,99 €

Worum geht es? Varennes-Saint-Jacques 1260: Die Gebrüder Fleury könnten verschiedener nicht sein. Während Michel das legendäre kaufmännische Talent seines Großvaters geerbt hat und das Handelsimperium der Familie ausbaut, träumt Balian von Ruhm und Ehre auf dem Schlachtfeld. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit ihm. Nach dem Tod seines Bruders muss Balian die Geschäfte plötzlich allein führen. Es kommt, wie es kommen muss: Bald steht die Familie vor dem Ruin. Balian sieht nur noch eine Chance: Eine waghalsige Handelsfahrt soll ihn retten. Das Abenteuer führt ihn und seine Schwester Blanche bis ans Ende der bekannten Welt – und einer seiner Gefährten ist ein Mörder …

Wie fand ich es? Ich muss gestehen, ich bin ein riesiger Fan von Daniel Wolf. Mit Begeisterung habe ich die beiden Vorgänger als Hörbuch gehört (ganz großartig vorgelesen von Johannes Steck) und mich sehr gefreut auf dieses Buch. Allerdings muss ich gleich vorweg sagen, dass es an die beiden Vorgänger nicht ganz heran kommt. Ich glaube das es vor allem daran gelegen hat, dass mich der Hauptcharakter nicht so mitnehmen konnte, wie bisher. Seine Schwester Blanche hat da vieles Wett gemacht. Aber Daniel ist seinem Schreibstil treu geblieben, man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen, wenn man einmal angefangen hat auch wenn die Story in vielen Teilen etwas flach bleibt.

Wer mit dem Gedanken gespielt hat dieses Buch zu lesen dem möchte ich nur raten, sich zunächst den ersten beiden Bücher zu widmen, da man so einige Gedankengänge und Gefühle der Personen besser nachvollziehen kann und auch, weil die beiden ersten Teile sehr viel besser sind!

3. „Ein deutsches Mädchen. Mein Leben in der Neonazi -Familie“ von Heidi Benneckenstein

252 Seiten / Tropen Verlag / 16,95 € (Taschenbuch)

Wer so tief im braunen Sumpf steckt, schafft es nicht über Nacht hinaus. Heidi wächst in der alles umfassenden Ideologie einer Nazi-Familie heran, in militanten Jugendgruppen und Kameradschaften. Mit Drill, Schlägen und Belohnung wird sie auf ein Leben im rechten Hass-Milieu vorbereitet. Mit zwanzig findet sie den Mut aus zusteigen. Hier blickt sie noch einmal in die Abgründe dieser Parallelwelt. Deutschland, Ende der 1990er, ein idyllisches Dorf bei München. In Heidis Familie ist die Zeit stehen geblieben. Als kleines Mädchen wird sie in konspirative Ferienlager der »Heimattreuen Deutschen Jugend« geschickt, wo schon für die Kleinen paramilitärischer Drill auf dem Programm steht. Dort lernt sie auch, das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 in Holz zu sägen. Mit fünfzehn nimmt Heidi an rechten Aufmärschen teil, hetzt gegen Ausländer und prügelt auf einen Fotografen der »Lügenpresse« ein. Heidis Welt bekommt erste Risse, als sie Flex kennenlernt, einen nicht mehr restlos überzeugten Liedermacher aus der rechten Szene. Mit zwanzig vollzieht sie die komplette Kehrtwende, bricht den Kontakt zu ihrer Familie ab, taucht unter, lässt die Welt der alles umfassenden Nazi-Ideologie hinter sich und durchläuft ein Aussteiger-Programm. Dies ist die Geschichte ihrer zwei Leben (Quelle).

Ich bin auf Heidis Geschichte eher durch Zufall beim zappen im Fernsehen aufmerksam geworden und wusste, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Es war informativ und berührend. Heidi hat sich vollständig geöffnet was es für Menschen wie mich, die verstehen wollen sehr leicht man einen Einblick in diese Fremde und gestörte Denkweise zu bekommen. Eine echte Leseempfehlung von mir!

 

 

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